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Sonntagskolumne 04/12: Ist es wirklich…

…so schwer, glücklich zu werden?

Habt ihr euch schon einmal die Liste der Wörter & Unwörter der letzten Jahre angesehen? Der Recherche halber habe ich das heute getan und diese Wörter repräsentieren eigentlich eine ganze Menge, dessen, was in Deutschland gedacht und gefühlt wird und außerdem untermauern sie irgendwie meinen heutigen Post.

Stresstest, Wutbürger, Finanzkrise und Klimakatastrophe sind die Wörter, die uns in den letzten Jahren beschäftigten. Dazu passende Unwörter sind übrigens: Döner-Morde, alternativlos, Gutmensch, Integrationsverweiger, notleidende Banken usw. Nachdem ihr euch jetzt soweit mein Geschreibsel hier durchgelesen habt, kommt bei euch bestimmt die Frage auf: Worauf will sie denn hinaus?

Also wenn ich mir diese Wörter in geballter Power gebe, fühl ich mich danach irgendwie deprimiert und habe das Gefühl, dass die Aussichten auch in den nächsten Jahren nicht besser werden.

Doch warum denken wir alle so negativ? Was ist denn dieser schlimme Schatten über unseren Köpfen? 

Ist es mittlerweile der Normalzustand für Deutsche, über alles und jeden zu meckern und eine dauerhafte Unzufriedenheit zu verspüren? Entweder ist das Wetter viel zu heiß oder viel zu kalt. Der Chef entweder zu streng oder ein Versager. Die Kollegen entweder zickig oder Heuchler. Der Alltag zu stressig oder die Freizeit zu unausgefüllt. Klar, es gibt überall im Leben ein entweder-oder. Aber kann es nicht auch mal etwas zufriedenstellendes geben, dass uns glücklich macht?

Es kommt mir so vor, als haben wir alle mittlerweile eine Resistenz zum glücklich sein entwickelt oder einen Hang zur Depression und sobald in den Nachrichten eine Negativschlagzeile auftaucht, sind wir wieder ganz unten. Dass das Leben kein Ponyhof ist und nicht immer Sonne scheint ist selbst mir klar, aber wie viel muss man erreichen, um mal einfach nur glücklich zu sein? Denn selbst wenn man immer mehr bekommt und sich in seiner Gier voll treiben lässt, der Punkt, an dem der stets schimpfende Wutbürger endlich zufrieden und glücklich ist wird nie erreicht werden.

Ich will an dieser Stelle nicht behaupten, dass ich nicht hin und wieder genauso bin. Aber für mich ist Glück ein Zustand wie das Wetter- mal ist es halt da, mal sogar länger und mal ist es leider nicht so schnell in Aussicht. Mich macht schon glücklich, von meinen Lieblingsmenschen etwas zu hören und ihre Nähe genießen zu können. Oder ein neues Duschbad an mir zu riechen, dass wirklich wundervoll duftet. Oder, dass ich keine tödliche Krankheit habe und immer weiß, dass ich auch morgen noch etwas zu essen haben werde.

Published inSchreibenSonntagskolumne

10 Comments

  1. Ina Ina

    schöner text! Ich denke glücklich sein muss man einfach zulassen. den moment leben und für den moment glücklich sein und nicht immer an andere sachen denken wie „ohhh aber das und das bereitet mir noch sorgen“ :D
    loslassen ist glücklich sein :D

  2. Zeitungslos, Tagesschaulos, meist auch radiolos…und glücklicher denn je. All die negativschlagzeilen ziehen einem wie eine Spirale hinab. Ich kümmere mich um die wichtigen Dinge…das Leben! Klar kann man sich dem Weltgeschehen nicht 100% entziehen, aber eine tägliche Ration davon…darauf verzichte ich bewusst!
    Lg Carmen
    ..die deinen Post so schön zum Nachdenken findet! danke!

  3. Nur ganz kurz noch…ich ignoriere das Weltgeschehen nicht, ich betrachte es von einer anderen Seite. Die Medien sind leider nur noch Sprachrohr der „oberen“ und geben immer seltener die Wirklichkeit wieder. ich informiere mich mehr und mehr im Internet. Doch auch da ist es nicht immer einfach, Wahrheit, Interpretation und Erfindung auseinanderzuhalten.
    Ich versuche da immer meinen gesunden Menschenverstand walten zu lassen!
    Herzliche Grüsse
    Carmen

  4. Ich finde, man sollte manchmal einfach nur machen und nicht soviel nachdeken über das was man tut. Ich erwische mich dabei selber immer wieder und muss mir oft mal sagen: Lebe einfach, schalt den Kopf mal aus, da bist du viel glücklicher!
    Es sind die kleinen Dinge im Leben, die einen Glücklich machen.

    Nachrichten sollte man sich schon hin und wieder ansehen bzw. Zeitung lesen (TV ist nicht alles…) nicht nur um selber zu checken, wie gut es einem geht, sondern einfach um auf dem laufenden zu sein und nicht nur an sich selbst zu denken.

    lg
    zelakram.blogspot.com

  5. Ehrlich gesagt ist mir gerade nicht so wirklich bewusst geworden, auf was du hinaus wolltest. Natürlich habe ich die Message verstanden, dass wir einfach viel negativ an viele Dinge heran gehen, dass wir uns nicht gehen lassen und uns immer seltener glücklich fühlen. Aber was hat das mit den Medien zu tun? Natürlich müssen sich Medien von solchen negativ-Schlagzeilen nähren, es ist so wie das tägliche Brot, niemand würde den Fernseher einschalten wenn in den Nachrichten nur kommen würde: „Und die Gänsen vom Bauernhof xy haben endlich Junge bekommen“ (natürlich ist das jetzt extrem übertrieben, aber ich denke du weißt was ich meine^^) Was ja mal WIRKLICH schön wäre, wären Nachrichten wie „Dorf xy hat durch die Aktion so und so wieder reines Wasser und es gibt weniger Krankheiten“. Aber sowas interessiert doch niemanden. Weiter, schneller, schlimmer. Das ist das Motto. Es muss das schlechteste präsentiert werden, damit andere Menschen hellhörig werden und darüber diskutieren. Das ist nunmal die Medienmasche, je skurriler der Fall, desto mehr Aufmerksamkeit erregt er (leider) Ich bin aber der Meinung das jeder selbst entscheiden kann, inwieweit er diese Nachrichten aufnimmt, was ihm gut tut und was nicht. Jeden Tag passieren schlimme Dinge auf der Erde aber ebenso passieren jeden Tag tolle Sachen. Aber über diese redet keiner und das ist das, was das ganze so traurig macht. Das Phänomen mit dem Wetter ist mir auch schon aufgefallen :D „Oh menno, schon wieder 30 grad, ich will 25“ „öch nö, es ist so windig, wärs doch bisschen wärmer als 25 Grad“ , so ungefähr. Ehrlich gesagt kann ich mir auch nicht erklären, warum Menschen so etwas tun. Warum man IMMER das negative sehen muss(ich tue es lieder auch). Was mir auch auffällt, wenn ich in andere Ländern reise, sieht das ganz anders aus. Bestes Beispiel Griechenland. Natürlich ist alles teuer, natürlich kämpfen die Leute mit allen Mitteln Geld einzutreiben und das merkt man an den etwas aufdringlichen Verkäfuern. Aber ich kann das schon nachvollziehen. Einmal hab ich im Vertrauen mit einer Verkäuferin geredet und das was sie mit ihren holprigen Englischkenntnissen gesagt hat, hat mich wirklich zum nachdenken angeregt. Sie hat gesagt: „Wir sind Kämpfer, wir geben nicht so schnell auf, was brauchen wir noch zum Leben, wenn wir Liebe haben? So simpel, so schön. Ihr Laden war leer, niemand kaufte etwas, aber trotzdem strahlte sie mich an. „Love!“ Dieses Wort hat sie mehrmals betont.
    Wir sollten unsere Eier zusammenpacken und uns daran ein Beispiel nehmen. Liebe und Gesundheit, nicht Geld und Macht. Lasst uns wenigstens in unseren Gedanken eine Welt mit unseren Farben malen!

    • Naja, anhand deines Kommentars verstehe ich nicht, was du nicht verstanden haben solltest? ^^ Also die Medien sind dabei ja nur ein kleiner Punkt, der dazu beiträgt, dass für viele von uns Unsicherheit & Angst Bestandteile des Lebens werden und leider ist es eben nicht so wie du meinst, dass viele nicht entscheiden können, wie sie diese Nachricht aufnehmen, weil ihnen vielleicht nicht mal bewusst ist, dass die Medien täglich lügen.. Und ist es für viele nicht auch leichter, sich einfach von Leuten ausgearbeitete Meinungen in den Mund legen zu lassen („Die Ausländer klauen unsere Arbeitsplätze und leben auf unsere Kosten“) als sich selbst unabhängig zu informieren? Jedenfalls wollte ich auch auf das hinaus, was du am Beispiel Griechenland gut gezeigt hast: So schnell verhungern wir nicht, Inflation hin oder her, irgendwann wird alles Null gesetzt und todarbeiten ist auch schon lange aus- also anstatt der dauerdepression ist Glücklichsein angesagt! :)

    • Ja ich war am Anfang leicht verwirrt, aber als ich erstmal mit dem schreiben von dem Kommentar richtig reinkam, waren mir die Zusammenhänge wieder klar :D Da hat wohl jemand wieder schneller geschrieben als gedacht, tut mir leid —> Fehlschluss.

      Natürlich ist es scher dagegen zu handeln und ich stimme dir zu, das die Sache nur noch mehr verwirrt und man im Endeffekt gar nicht mehr weiß, welche Info richtig oder falsch ist. Aber wenn wir das ganze streng betrachten, so ist keine einzige Quelle politisch neutral, irgendein Standpunkt muss ja immer vertreten werden, anders gehts ja nicht^^ Meine Meinung könnte man auch politisch so und so einordnen und wenn die Medien etwas verbreiten dann ist es immer meist die Sache, wer welche Info verbreitet. Fernsehen find ich noch „sicherer“ (obwohl heute wirklich null sicher ist) als Radio. Radio, vorallem bei solchen Diskussionsrunden merkt man schon sehr, wie man versucht auf andere Leute zu wirken und sie zu beeinflussen. Im Endeffekt halte ich mindestens die Hälfte der schlechten Nachrichten für unmoralisch, einfach weil sie meistens darauf gerichtet ist, Menschen zu verwirren, ihnen Angst zu machen und eben leider gar nicht neutral aufklärend sind.
      Siehe Beispiel Vogelgrippe/Schweinegrippe und was es da alles nicht gab. Natürlich stimmen da zum Teil die Tatsachen, zum Teil wird da aber auch soviel verdreht, dass man als normaler Bürger nicht mehr weiß, was man davon halten soll. Oder man hat das totale Gegenteil wie in Japan, wo es damals diesen Fukushima-Vorfall gab, dass man den Leuten erst gar nicht richtig erzählt, warum es passiert ist und welche Auswirkungen das ganze tatsächlich hat (wenn ich da mit meinen Medien wieder auf den richtigen Stand bin, da sind wir WIEDER beim Thema :D) Ich frag mich sowieso, wieso man Kernkraftwerke auf einem Land baut, was nicht Erdbeben sicher ist (eigentlich ja kein Land, aber Japan doch besonders!) und erst recht dann, wenn man genau weiß, dass diese Kraftwerke zum Teil auch null geschützt sind. Nicht mal Ansatzweise. Naja, ich schweife wieder zu sehr aus.
      Wie man sieht, bin ich selber verwirrt, was richtig und was falsch ist, wie soll man da bitte seinem eigenem Menschenverstand da noch trauen`? Diese ganze gräsliche Stimmung die verbreitet wird, eben wie du sagtest, Verwirrung und Dauerdepression, scheußlich.
      Ja Medien sind da nicht alles, aber wie oft lässt man sich unbewusst von Medien beeinflussen. Wir lassen uns tagtäglich von sovielen unbewussten Dingen beeinflussen, das es gar nicht möglich wäre, sie alle wahrzunehmen. Alleine die Entscheidung: Geh ich zu H&M oder zu Esprit. Sonst würden wir stunden davor stehen und wüssten nichts mit uns anzufangen :D Mhm, ebenfalls schwieriges Thema, ich denke sowas braucht Zeit ehe man wirklich einen Umschwung bemerken kann, falls wir engstirnigen Menschen uns auch endlich mal dazu entscheiden würden, etwas für UNS zu tun und für UNSER Glück.

    • wow dein Blog ist echt toll! und ich glaub ja auch dass es scheißschwer ist, das Glück zu finden…
      Wenn du glaubst wir können den anderen verfolgen :) Schreib mir was du meinst und ich folg dir zurück :)
      http://coldinvitation.blogspot.com

    • P.S. irgendwie spinnt meine Kommentarfunktion, erst war sie weg, hab alles nochmal geschrieben jetzt wieder alles doppelt, irgendwie bin ich zu blöd für dieses Teil :D

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