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Sonntagskolumne 05/12: Ist es wirklich…

…der Reggae oder sind es die Menschen?

Zuerst zu meinem Musikgeschmack (Falls es wen interessiert): Ich bin eine leidenschaftliche Alleshörerin. Ich liebe Indie Pop, sage auch zu Electro nicht nein. Doch Hip-Hop geht auch immer. Und Reggae, Punk, Soundtracks und Akustik versüßen mir auch manche Tage. Ach und die Klassiker wie Jimi Hendricks, Bruce Springsteen, Dire Straits, Johnny Cash, Bob Dylan ect. sind für mich ein Muss.

Tja, wo bleiben die Leute, die sagen: Das geht doch nicht! Du kannst doch nicht Musikstil xy mögen, wenn du den Stil magst. Oder: Punk ist ein Lebensstil, dazu kann/darf man Eminem nicht mögen. Dann nehmt es als gegeben hin, dass ich meinen Lebensstil auf Offenheit gestellt habe.

Und damit wären wir beim Thema: Mich nerven tierisch solche Diskussionen mit Menschen an, die glauben, Bands/Sänger besser zu kennen als die Künstler sich selbst kennen. Wie oft  gibt es das Gespräch:

„Du hörst Eminem? Welche Alben denn?“ 
„Ich mag alle“ 
„Ach komm schon, dann bist du kein Fan- die neueren sind doch nicht mehr Eminem. Die sind scheiße.“ 

Wer sagt denn, wie ein Künstler ist?

Dieser Spruch: Das bist nicht du ist echt paradox, denn wer bleibt immer stehen, wer entwickelt sich nicht weiter? Ist es nicht unheimlich spannend, wenn Künstler neue Erlebnisse musikalisch verarbeiten und sich damit verändern? Dann nerven mich auch noch Behauptungen wie: Der Künstler xy ist doch total Kommerz. Woher weißt du das denn? Und wenn, tut es dir doch auch nicht weh, du kannst die Musik mögen oder hassen. Haltet es jetzt nicht für einen literarischen Wutausbruch, aber solche Gespräche führe ich wirklich oft. Dennoch beobachte ich oft Menschen, die einen bestimmten Musikstil wirklich leben und sich dementsprechend verhalten. Ist das gut oder nicht? Wenn die Musik teilweise politisch ist- verständlich, dass beispielsweise Punkrockfans nicht unbedingt eine rechte politische Haltung haben.

Aber am Freitag war ich auf einem Konzert von einer Reggae Band und mir ist aufgefallen, dass die Menschen alle mega lieb und ganz locker waren. Nicht so typisch deutsche Stressmentalität. Da waren keine betrunkenen Mädels, die wegen Beziehungsproblemen sich bei ihrer besten Freundin auf dem Klo ausheulte, keine Typen, die auf Macker machen und Frauen mit ihren Antanzversuchen stressen. Keine Affen, die sich prügeln wollen. Viele Vorurteile auf einem Platz, aber an dem Abend konnte man einfach Spaß haben.

Nun frage ich mich, wie sehr die Musik, die wir lieben, uns wirklich beeinflusst. Meinungen?
Published inSchreibenSonntagskolumne

4 Comments

  1. Anonymous Anonymous

    Richtig guter Post. Ich fand es äußerst interessant den zu lesen!

    Igor ;)

  2. Bei mir ist es mit meinem Musikgeschmack ähnlich. Ich höre im Grunde genommen alles was meinen Ohren gut tut.
    Oft kommen mir dann Aussagen entgegen wie „Seit wann hörst du BandXY?“, „Eh, sowas wie SängerAB hörst du?“ – ja, weils mir gefällt!
    Für mich persönlich ist es auch schwer eine Aussage über meine Lieblingsband oder meinen Lieblingssänger zu treffen. Ob nun Eminem, Sting, , The Boss, Eric Clapton, Theory of a Deadman oder Bob Marley und Frank Sinatra.
    Musik ist ein Ausdruck der Gefühle. Der harte Metal, der entspannende Reggae… Ich finde nicht unbedingt, dass eine Musikrichtung ein Gefühl erzeugt sondern viel mehr verstärken soll.
    Bin ich fröhlich und gut drauf höre ich andere Musik als wenn ich traurig und gestreßt bin.
    Im Grunde genommen ist kann man, finde ich, nur eines definitiv zu Musik sagen: Sie ist vielseitig, ein Ausdruck von Rhytmen und Melodien in denen sich wir Menschen in unseren Emotionen widerspiegeln.

    Das Thema hat mich super zum nachdenken gebracht, danke dafür! :)

  3. Ich denke wir verarbeiten eine Menge durch Musik, die wir hören und das beeinflusst wahrscheinlich dann auch unsere Denkweise, Weltbild, Gefühle etc..Da Musik für mich in jeder Hinsicht etwas Emotionales ist, lege ich mich, genauso wie du, nicht fest und höre das was mich in bestimmten Situationen anspricht.

    Außerdem: Menschen, die sagen etwas sei „mainstream“ oder „kommerz“ merken gar nicht, dass sie ihren Drang zum Alternativsein mit tausend anderen Menschen teilen.

    Ist das dann nicht auch mainstream? ;)

    Beste Grüße,
    […]

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