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Ein Experiment und eine Kurzgeschichte.

Heute schon wieder etwas literarisches von mir. Eine Kurzgeschichte? Wohl eher eine Momentaufnahme.

Die folgenden Bilder entstanden vor 2 Monaten. Ich hatte das Experiment gewagt und mich mit der Kamera bewaffnet auf den Weg gemacht und wildfremde Menschen fotografiert. Vorwiegend Leute, die sehr abwesend wirkten. Und alle gefragten haben sich fotografieren lassen und gute Laune bekommen, aber seht selbst! :)
Die Sonne brennt unbarmherzig auf die Stadt nieder. Über dem Asphalt wabert die Hitze, kleine Kinder sitzen mit einem Eis in der Hand auf Bänken im Schatten. Auf einem kleinen Platz stehen Hooligans in der Sonne und zeigen sich gegenseitig ihre neuen Tätowierungen. Ein Ungar sitzt in der prallen Sonne und spielt Schifferklavier. Ein junges Mädchen geht fast tänzelnd und unbeschwert vorbei. Doch alle anderen wirken trotz des Wetters verbittert und unzufrieden. Eine alte Frau beschwert sich über die Jugend, während eine ungepflegte Frau ihr Geld in der Tasche zählt. Wie kann man heute noch glücklich werden?

Noch ist der Himmel blau. Eine leichte Brise durchstreicht die schattenspendenden Bäume.
Ein jetzt schon betrunkener Penner sitzt auf einer Bank mit dem Bier in der Hand und versucht aus der Bibel zu zitieren. Alle wirken wie Roboter, alles wirkt trotz dem Durcheinander so durchgeplant.
Die Tauben schwirren zwischen der Fußgängerzone umher und hoffen auf ein Stücken zum Essen. Die Bäume rauschen.
Im Einkaufszentrum ist es voll, es scheint als genießen alle die sonnenlose und klimatisierte Atmosphäre. Im Supermarkt wird ein Mädchen von einem alten Mann gefragt, aus welchem Land die von ihr gekauften Pfirsiche stammen. Er macht Panik, weil in den Früchten aus Spanien auch der tödliche Virus stammen könnte. Doch ihn trifft der Schock, als das Mädchen mit den Schulten zuckt. Ob die Tüten nicht schwer wären, die das Mädchen tragen müsste. Alles egal. Schulterzucken und er geht von dannen. Das Mädchen verlässt das Einkaufszentrum.
Wolken ziehen auf und die leichte Brise verwandelt sich immer mehr in starken Wind. Die Leute flüchten von den Straßen, auf denen sie zuvor mühselig umhergingen. Immer unzufrieden- Sonne ist zu warm und jetzt verfluchen sie das schlechtere Wetter.
Die Wolken werden immer dunkler bis es anfängt zu donnern.
Bei strömenden Regen steht das Mädchen am Fenster und sieht hinaus. Es riecht den zarten Geruch von Regen, der auf heißen Asphalt aufkommt. Das ist ein richtiger Sommergeruch. Alles wirkt still und endlich ist Ruhe, nur einige Amseln singen auch während des Gewitters. Doch eine Frage stellt sich das Mädchen in der Ruhe trotzdem, warum sind wir alle so verbittert und verklemmt? 

Was sagt ihr zu der Idee? 
Soll es mal eine Fortsetzung geben?
Published inKnipsenSchreiben

2 Comments

  1. Wie lustig. Die Frau mit den roten Haaren war bei H&M meine Arbeitskollegin :D Ich bin übrigens sehr für Kontaktaufnahme. Wie heißt denn der andere Blog?
    Liebe Grüße Yasmin

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