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Youth on the run

Veranstaltet vom Jugendrotkreuz ist das Projekt dazu da, jungen Menschen einen praktischen Zugang zum Thema Flüchtlinge zu ermöglichen. Vom DRK Landesverband Sachsen-Anhalt mit Unterstützung von internationalen Partnern wie u.a. Island wurde das Projekt organisiert und erstmalig hier im Juni 2012 durchgeführt.

 
Die kleine Problematik für mich ist jetzt grad, dass ich euch auch nicht zu viel verraten will/ darf, denn ein wichtiger Punkt für das Rollenspiel ist gerade die Unwissenheit der Teilnehmer, denn wenn jeder genau weiß, was einen erwartet, geht die gesamte Intention nicht wirklich auf. Ein Flüchtling weiß eben auch nicht, was genau vor ihm steht und wie er sich zu verhalten hat. Gerade bei der Durchreise durch verschiedene Länder, deren Sitten, bei Grenzkontrollen- es ist permanent ungewiss, welches Verhalten angebracht ist. Mal kommt man durch mit einer Lüge („Wir sind nur Touristen“), mal versucht man es mit Ehrlichkeit („Wir sind Flüchtlinge“) oder mit einer Kombination aus Wahrheit und Lüge („Wir sind nur auf der Durchreise“) .
Gerade das war für mich ein sehr realistischer Punkt des Rollenspiels und auch wenn man zu Beginn noch nicht wirklich die ganzen Schauspieler ernst nehmen konnte, durch den rauen Umgangston, die körperliche und psychische Anstrengung, irgendwann identifizierte sich jeder mit seiner Rolle und hatte sein eigenes Päckchen an Verzweiflung und Erschöpfung zu tragen.
Was unbedingt noch gesagt werden muss, dass das Rollenspiel harte Regeln hatte. Vor dem rauen Umgangston wurden wir gewarnt, aber was mir persönlich erst im Nachhinein bewusst wurde, ist, dass gar kein Körperkontakt zu den Wachen/Grenzposten/Soldaten bestanden hatte. Ich fühlte mich seelisch so angegriffen und verletzt, dass ich gar nicht registriert hatte, dass keine körperliche Gewalt stattgefunden hatte. Keine Waffen, keine Berührungen und dennoch völlig am Ende.
Wenn ihr ein bisschen neugierig seid, findet ihr an folgender Stelle noch ein paar weitere Informationen. Empfehlenswert ist auch der kurze Radiobericht, bei dem auch direkte Mitschnitte vom Rollenspiel zu hören sind und auch Teilnehmer interviewt werden. Für mögliches Interesse an einer Teilnahme hier der Link von der Informationsseite.
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Ein Kommentar

  1. Hallo Josephine, mit Hilfe des Google Readers blätterte ich sehr interessiert vom Anfang bis zum Ende in Deinem Blog. Dein Blogbeitrag “Youth on the run“ gefält mir sehr gut. Im Besonderen fasziniert mich das von Dir für Dich gewählte Mantra Om und Dein Interesse für den Buddhismus. Währen meiner Kindergartenzeit wurden einige Kinder von uns in die „Transzendentale Meditation“ eingeweiht. Erst viele Jahre später wurde mir bewusst, welche Rolle diese Einweihung als Direktive fürs Leben spielt. Inbegriffen das für mich ausgewählte Mantra. Im Gegensatz zur “TM“ ermöglicht mir eine “Vipassana-Meditation“ (im Buddhismus die Einsicht), die eigenen Gedanken und Gefühle zu beobachten, um schlussendlich die jeweilige Realität direkt erfassen zu können. Liebe Grüße! Henry

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