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Sonntagskolumne 06/13: Kann man nicht einfach mal…

…ein bisschen phantasieren?

Neulich wurde ich gefragt, wie ich mir mein Leben und die Welt in 20 Jahren vorstelle. Instinktiv würde ich antworten, dass das doch völlig egal ist. Warum soll man sich darüber Gedanken machen, ich hab doch keine Ahnung und würde sowieso nur mutmaßen. Dann würde ich allerdings mir selbst widersprechen, weil ich mir immer Gedanken über Dinge mache, von denen ich keine Ahnung habe und die eigentlich unwichtig sind, also lege ich mal los:
In zwanzig Jahren…
werde ich meinen 40. Geburtstag feiern. Wenn alles gut geht und ich Lust drauf habe, werde ich eine Fußballmannschaft an Kindern haben, weltbekannt sein, aber nicht reich. Reich sein ist ätzend. Ich werde ausreichend verdienen, um angenehm zu leben. Unbedingt will ich eine Wohnung über den Dächern von Hamburg haben -mit einer riesigen Dachterrasse, auf denen ich mit einer riesen Schar an Freunden immer Partys und Grillabende feiern werde. Meine Haare werden ganz lang sein und dass ich die ersten Falten habe, wird mir egal sein, weil mein großartiger Mann mich so erfüllt und mir die Bestätigung gibt, die ich brauche.
Die Welt wird besser geworden sein, es wird keiner mehr nach Justin Bieber krähen und umweltfreundlich leben wird total in sein. Vermutlich ist die USA dann genauso pleite wie jetzt Griechenland und um diese Pleite zu ändern, wird die asiatische Präsidentin der USA die Waffen abschaffen und stattdessen in Lebensmittel und alternative Energiequellen investieren. Japan wird entvölkert sein, weil ein Tsunami und die Auswirkungen von Fokushima es zu einem lebensunfreundlichen Landzug gemacht haben. Geburtenbegrenzungen wird es in vielen Ländern geben und Afrika kann dank Gentechnik in jedmöglicher Vegetation Lebensmittel anbauen. Durch die Überzüchtung wird kaum noch Schwein und Rind und Huhn gegessen, die meisten sind Vegetarier und die, die doch viel Fleisch konsumieren, müssen sich regelmäßig mit Durchfall und Tiergrippen plagen. Durch umweltschützende Maßnahmen, werden bedrohte Tierarten wieder zahlreicher Auftreten und nicht aussterben und viele Landschaften werden wieder schön, weil wir Menschen uns selbst in die Städte verbannen und die Natur sich selbst überlassen.
So, und jetzt nochmal ein wenig realistischer:
In zwanzig Jahren… 
werde ich trotzdem meinen 40. Geburtstag feiern. Mein Bekanntschaftsgrad wird hoffentlich nicht von meinen Facebook-Freunden abhängen und ich hoffentlich nicht von der Sozialhilfe. Meine Wohnung wird trotz allem stilvoll sein und ich hoffe, regelmäßig das Meer zu sehen. Ich glaube trotzdem an die Liebe und werde mich an Falten nicht stören, weil mein großartiger Mann mich lieben wird
Die Welt wird nicht besser geworden sein, trotzdem wird keiner mehr nach Justin Bieber krähen. Umweltfreundlich leben wird nicht in, aber notwendig sein. Die USA ist wirklich pleite, der republikanische Präsident wird aber mit Kriegstiftung die Waffenproduktion zum wirtschaftlichen Aufschwung nutzen. Japan bleibt Japan und die Weltbevölkerung sinkt, weil Kinder als Erfolgsbremse gesehen werden. Afrika bleibt Afrika, nur mit viel weniger Tieren, weil der Tourismus dort und überall sonst die Umwelt geplättet hat. Die Menschen werden trotzdem in den Städten leben müssen, weil das dann die letzte Chance ist, die Natur noch halbwegs zu retten. Stattdessen wird Urlaub mit Spieleabenden kompensiert und Unterhaltungsmedien können die frische Luft gezielt ersetzen.
Published inSchreibenSonntagskolumne

Ein Kommentar

  1. ich will mit 40 nicht mehr arbeiten… wie ich das hinkriege… naja das weiß ich noch nicht xD

    oder um es anders zu formulieren – ich möchte nicht mehr angestellt sein – vielleicht mache ich mich ja selbstständig?

    interessant finde ich die frage auch im bezug auf das bloggen…. wie lange wird man wohl noch bloggen. wie lange wird man sich noch für sowas interessieren… :) =

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