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Sonntagskolumne 10/13: Kann man nicht einfach mal…

…nicht gefallen?

Hin und wieder habe ich solche Momente, in denen ich merke, dass ich so, wie ich bin, nicht gut ankomme. Vielleicht, weil ich gar nicht so witzig bin, wie ich es gern wäre. Vielleicht, weil ich fremden Menschen gegenüber nicht immer so aufgeschlossen bin, wie ich es mir einbilde. Oder weil ich mal einfach keine Lust auf Sozialiät habe und deshalb überwiegend vor mich hin schweige und in eine eigene gedankliche Welt abtauche. Oder aus ganz anderen Gründen, die ich nicht mal erahnen kann.

Aber ist das schlimm? 

Früher hatte mich der Gedanke, von jemanden nicht gemocht zu werden lange beschäftigt. Wieder und wieder dachte ich darüber nach, wie ich demjenigen gefallen kann und merkte dabei gar nicht, wie sehr ich mich selbst zum Klops machte. Sich selbst treu bleiben und authentisch sein war keine Option.
Irgendwann kam dann der Zeitpunkt an dem ich eine Kleinigkeit lernte. Es gibt Menschen, die mögen einen einfach nicht. Punkt aus. (Ja, ich weiß, ihr hattet jetzt voll die super Weisheit erwartet, aber: HEY: Es ist Sonntag und ich liege noch immer im Bett!) Da kann man sich noch so verrenken und verstellen und bemühen. Oftmals gibt es nicht mal einen komplexeren Grund, warum man jemanden nicht mag. Sympathie hängt von mehr ab, als nur von der Art. Manche können einen nicht riechen, andere fürchten sich vor Rothaarigen, die nächsten finden eine bestimmte Art zu lachen nervend.
„Du kannst es nicht jedem Recht machen. Es gibt rund 7,1 Milliarden Menschen auf unserem Planeten. Du wirst in deinem Leben vermutlich einen nicht erwähnenswerten Bruchteil kennen lernen und von diesem Fitzelchen an Bekanntschaften wird es genügend geben, die dich mögen- oder eben nicht mögen. Aber du wirst irgendwie immer ausreichend neue Bekanntschaften schließen, sodass es dir nichts ausmachen wird.“
 
, flüsterte mir eines Tages mein imaginäres Äffchen zu, als es mal mit dem Trommeln in meinem Kopf pausiert hatte.
Und irgendwie hatte es Recht. Seit dem gehe ich mit dem Nicht-gemocht-werden deutlich lockerer um und bin einfach ich. Denn schließlich ist es viel cooler, Menschen zu haben, die einen so mögen, wie man ist. Dass ich mir mit meiner Art nicht immer Freunde mache, ist doch irgendwie… Nebensache. Wenn ich Fehler mache, entschuldige ich mich auch, aber ich versuche mittlerweile auch nicht mehr, jede Tat und Handlung meinerseits vor meinem Gegenüber zu erklären. Wenn ich mich erklären muss, bin ich nicht mehr authentisch. Dafür gehe ich zwar das Risiko ein, fehlinterpretiert zu werden, aber dann liegt die Interpretation an dem Anderen. Damit lässt es sich deutlich entspannter leben.
Published inSchreibenSonntagskolumne

3 Comments

  1. Das denke ich mir auch manchmal, aber du hast so Recht. Es ist egal, was andere von einem denken :)Der Text gefällt mir richtig gut.

    xx

  2. Das ist sehr wahr! Ich kann mich immer noch nicht davon losmachen, jedem gefallen zu wollen. Dabei wäre das so viel entspannter!
    Und danke für den letzten Satz.

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