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Sonntagskolumne 11/13: Kann man nicht einfach mal…

…nach den Sternen greifen?

Am vergangenen Mittwoch saß ich mit Freunden abends in einem kleinen Park. Während die Sonne unterging, tranken wir Wein, redeten stundenlang und spielten Spiele nebenbei. Irgendwann war dann auch das restliche Tageslicht gänzlich verschwunden und der wolkenlose Sternenhimmel hatte sich über unseren Köpfen breit gemacht. Als eine kleine Schweigepause eintrat, legte ich mich auf den Rücken und starrte in den Himmel.
Immer, wenn ich die Sterne ansehe, habe ich das Gefühl, Zeuge von etwas Großem zu sein. Die Unendlichkeit dehnt sich dann vor mir aus und ich verstumme. Einige Sterne sind Millionen- oder sogar Billionen an Lichtjahren von der Erde entfernt. Ihr Licht ist also Millionen von Jahren unterwegs gewesen, bevor wir es sehen können. Es ist, als schaut man hunderte versteinerte Skelette in einem Museum gleichzeitig an. Vielleicht existieren einige Sterne schon gar nicht mehr und wir sehen nur noch ihr Licht, weil es weitere Millionen Jahre dauern wird, bis der letzte ausgesendete Lichtstrahl hier ankommt.
Wenn ich in den Sternenhimmel sehe, werde ich innerlich ganz ruhig und friedlich. Ich komme mir dann klein und unbedeutend vor, aber das ist nicht schlimm- das ist sogar eher erleichternd, weil dann auch alle Ängste und Sorgen meines Alltags ganz klein und unbedeutend werden, so, wie diese winzigen Lichtpunkte am Himmel.
Es ist nur sehr schade, dass kaum noch jemand einfach so in den Sternenhimmel sieht. Über städtischen Regionen sieht man auch nur maximal ein Drittel aller Sterne, weil der Nachthimmel von den Lichtern der Stadt so stark übertüncht wird.
Wenn ihr mal an der Ostsee seid, an einem einsamen Strand in einem kleinen Kaff, legt euch in den kalten Sand und schaut nach oben. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie viel mehr an Sternen dann am Himmel sind. Ihr seht, wenn ihr Glück habt, sogar die Milchstraße. Und dann träumt ihr euch fort und merkt, wie es in eurem Bauch kribbelt, weil die Unendlichkeit so greifbar nah ist.
Published inSchreibenSonntagskolumne

2 Comments

  1. Ich möchte unbedingt jetzt sofort ganz weit raus fahren und in den Himmel gucken…Sterneschauen wandert auf meine Liste mit schönen Dingen, die ich ganz bald tun werde, danke für die Inspiration :)

  2. Oh, wie wunderschön.

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