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10 Dinge, die…

Eine ganze Woche ohne heimisches Internet ist härter, als man denkt. Kurze Mails und ähnliches lassen sich auch über das Multifunktionshandy abwickeln, aber alles andere kommt eindeutig zu kurz. Während ich fleißig am Kisten entleeren, zusammenbauen, putzen und koordinieren bin, gibt es heute einen kleinen 10 Dinge Post über das Uni-freie Leben:

…Semesterferien ausmachen

  1. Der Schlafrhythmus macht Urlaub. Gut, als Student ist eine geregelte ins-Bett-geh-Zeit generell eher eine Ausnahme, aber wenn die Uni für ein paar Monate mal nicht statt findet, wird die Nacht schneller als man denkt zum Tag.
  2. Fuchs und Hase sagen sich gute Nacht. Halle ist eine Studentenstadt und sobald die Uni ihre Pforten schließt, wird Halle zu einer Geisterstadt, da ein Großteil der 20.000 Studenten zurück in die Heimat fährt. Selbst in den belebtesten Straßen wehen Wollmäuse über die Fahrbahn und in der Lieblingsbar ist immer der tolle Platz am Fenster frei. Die Hinterbliebenen haben deshalb das Glück, nie an einer langen Schlange anzustehen, sich um Plätze zu streiten oder durch Menschenmassen durchdrängeln zu müssen.
  3. Man wird auch ohne Karibikreise braun. Da selbst die Hauptverkehrsknoten den Puls des Lebens verloren haben und so leer sind wie Feldwege im australischen Outback, wird die Fahrbahn kurzerhand zu einer verführerisch heißen Teermatte, auf der man stundenlang zum Sonnenbaden liegen kann. Auch ohne teuren Flug in den Süden.
  4. Die Geschäfte ändern ihre Öffnungszeiten. Wer kennt es nicht: Der Postbote klingelt mitten in der Nacht (meistens so 10 Uhr früh) und weil man noch im Land der Träume weilt, gibt er das lang ersehnte Paket in der nächsten Poststation ab. Gefühlt früh am nächsten Morgen (so 14 Uhr) begibt man sich zu Selbiger und steht vor verschlossenen Türen, weil die Post sich überlegt, Freitags schon um 12 Uhr zu schließen.
  5. Sommerlöcher überall. In Halle ist nichts los. Gar nichts. Nicht nur die Lokalpresse berichtet über belanglose Dinge, wie die wunderschön blühenden Geranien von Frau Schmidt, auch die Unternehmer kämpfen mit dem Semesterferien-Sommerloch. Da hat das Lieblingscafé am Wochenende gar nicht offen und der Bäcker, eine Straße weiter, schließt für 5 Wochen das Geschäft um „Urlaub“ zu machen- nachdem er aufgrund mangelnder Kundschaft die Brötchen oftmals vor Ladenschluss auf der Straße verschenken musste.
  6. Semesterferien lügen. Meine Oma neulich am Telefon: „Wann kommst du denn endlich wieder zu Besuch? Du hast doch Ferien und hast doch gar nichts zu tun!“ Liebe Angehörige: Nur, weil ich nicht gelangweilt in Vorlesungen meine Zeit absitze, bin ich noch lange nicht von der Uni befreit. Ganz im Gegenteil: Es gibt mehr denn je zu tun.
  7. Man hält sich für einen Superhelden. Da wir selbst immer wieder dem Irrglauben verfallen, dass Semesterferien jede Menge Freizeit beinhalten, nehmen wir uns zu viel vor. Wohnungsbesichtigungen, Umzug, Nachmietersuche, Hausarbeit, 4 verschiedene Menschen in 5 verschiedenen Orten besuchen, jeder Slamanfrage zusagen, neue Blogprojekte starten- um nur mal einige meiner To-Do-Punkte zu nennen…. bis irgendwann das, was man eigentlich möchte, ganz, ganz weit weg ist: Einfach nur schlafen, ausschlafen, entspannen, schlafen, nichts tun und… schlafen.
  8. Die Zeit wird mehr als relativ. Wenn man auf etwas wartet, geht die Zeit gar nicht vorbei. Wenn man Spaß hat, ist sie viel zu schnell- wenn man etwas blödes tut, bleibt sie stehen und wenn man immer was tut, rennt sie einem davon. Jaja, diese Sprüche gibt es für jede Lebenslage. Aber in den Semesterferien hat die Zeit nur einen einzigen Sinn: Man hat sie, damit sie einem gestohlen wird. Immer und dauerhaft und ehe man sich versieht, beginnt die Uni wieder…
  9. Das Geld wird knapp und knapper. Urlaubsgeld für Reisen schön und gut, sowas plant man ein. Umzüge kann man finanziell auch planen. Aber einen anderen Alltag? Was macht man denn, wenn man nicht mehr jeden Tag in der Uni is(s)t? Bespielsweise Sonntags, nachdem man schon 12 Stunden geschlafen hat und seit 3 Stunden an der Hausarbeit schreibt, geht man doch nicht extra vor die Tür, um in der Mensa mittag zu essen! Nein, im besten Fall bestellt man Pizza… und bezahlt eine ganze Menge. Rechnet man das auf 2 Monate hoch, wird ganz schnell klar: Die Uni muss langsam wieder weiter gehen.
  10. Einfach mal auf den 10. Punkt scheißen und auf Punkt 1-9 verweisen.
Published inLebenSchreiben

4 Comments

  1. Hehe, was für ein wunderbarer Post. Da habe ich mich doch an dem einen oder anderen Punkt wiedergefunden, und ich mag es, wie locker, selbstmitleids- und vorwurfsvollfrei du das Ganze rüberbringst.

  2. Ich kann mich auch mit sehr vielen Punkten identifizieren…! :) Besonders dieser Irrtum mit der vorlesungsfreien Zeit vs. Semesterferien. Aber naja, auch das kriegt man rum & vielleicht bleibt nach den Hausarbeiten ja noch etwas Zeit, die freie Zeit zu genießen.

  3. Hahahaha, so war das in Ilmenau auch. Wenn die Studenten in den Semesterferien nicht da waren, war es echt gruselig. Alles so leer, kaum einer auf der Straße oder auf dem Fahrrad. Verrückt.

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