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Ein Tag auf der Sonneninsel

Am Sonntag, dem für euch kolumnenfreien Tag, war ich mit meiner Mum für ein paar Stunden auf Fehmarn, der 3. größten Insel Deutschlands, die irgendwie dennoch sehr winzig wirkte, da man mit dem Auto nur wenige Minuten von dem einen Ort zum nächsten brauchte. Heute ist es an der Zeit, euch von diesem fantastischen Tag zu berichten.
Zunächst fuhren wir über die Fehmarnsundbrücke und dann folgten wir der Hauptstraße. Innerhalb von vielleicht 15 Minuten durchquerten wir so die Insel und landeten im Nord-Osten.
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Der erste Halt war an einem kleinen, wilden Strandabschnitt neben der großen Fährstation, wo die Fähren von Fehmarn nach Dänemark aufbrechen. Schon hier gefiel mir die Einsamkeit so sehr, da ich von Lübeck/Travemünde und Timmendorf immer ein reges Treiben am Strand gewohnt bin. IMG_0872 IMG_0809 IMG_0831
Meine Augen sind hier auf den Fotos so zugekniffen, weil die Sonne richtig krass war. Wir verließen Lübeck und seinen wolkenverhangenen Novemberhimmel und wurden von Fehmarns Sonnenseite begrüßt. Besser noch: Wir durften ein Naturereignis/ Wetterphänomen live miterleben!
Zuerst begutachteten wir beim zweiten Strand das Niobe-Denkmal- aus der Ferne, haha. Google wurde für Hintergrundinfos gefragt, das hatte dann gereicht. Doch dann sahen wir in den Himmel, weil die Wolken schon so schön wirkten und uns fiel dieser Lichtpunkt neben der Sonne auf. Dank meiner schlauen Facebook-Freunde konnte ich feststellen, dass es sich um ein Halo handelt. Auf den Bildern kommt der krasse Effekt gar nicht so gut rüber, aber es war atemberaubend. IMG_0867
Auch der zweite Strand war völlig menschenleer. Ich musste übrigens am Wochenende feststellen, dass Hunde unglaublich schwer zu fotografieren sind. Kaum hat man sie scharf vor der Linse, kommen sie auf einen zu, sodass kaum scharfe Bilder entstehen :D
IMG_0894Da es mittlerweile schon 15:30 Uhr war, kam meine Mum auf die Idee, zum Westen der Insel zu fahren, um die Sonne im Meer versinken zu sehen. Dummerweise verirrten wir uns ein bisschen auf den mittelalterlichen Landstraßen und landeten schließlich im Hafendörfchen „Orth“. Von weitem konnten wir den Leuchtturm Flügge sehen. Eigentlich wollten wir noch einen Leuchtturm von Nahem erkunden, aber die Sonne stand immer tiefer und wir waren eher im Süden Fehmarns, als im Westen… Also reichte die Zeit gerade noch, um ein paar Fotos zu knipsen, die kleine Idylle zu genießen und dann wieder zum Auto zu flitzen…
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Und dann kam eigentlich das Highlight des Kurztrips. Irgendwo im Nirgendwo, mit einem verlassenen Campingplatz im Rücken, Dünenlandschaft zu beiden Seiten, der Einsamkeit in der Luft und der Sonne im Gesicht hatten wir unser Ziel erreicht. Ich vermute, dass es der Flüggerstrand war, bin mir aber nicht sicher. Plötzlich wurden wir auch still, sogar der kleine Hund wirkte andächtig, als er mit gerecktem Näschen durch den Sand tippelte. Die Sonne veranlasste einfach zu Sprachlosigkeit.
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Halb 5 wurde es der Sonne leider zu kalt, sodass sie nicht nackig im Meer versinken wollte, und sich deshalb in einen flauschigen Wolken-Bademantel einhüllte. Trotzdem war ich innerlich so entspannt, wie schon lange nicht mehr. Für einen Moment fiel der ganze Alltagsstress von mir ab und ich konnte nur noch Grinsen. In meinem Kopf diktierte meine strenge Stimme nicht mehr in Endlosschleife all die Dinge, die abgearbeitet werden mussten. Einen Augenblick lang gab es nur noch das Meer, die schwache Sonne, der Wind, der sich zwischen die Dünen schlängelte, die Vogelschwärme am Himmel, die sich für die Reise nach Süden versammelten- und mich irgendwo ein bisschen dazwischen.
Und als der volle Mond aufging und wir auf einsamen Landstraßen im Schleichtempo durch die Nebelschwaden fuhren, die aus den kleinen Mooren entstiegen, fühlte sich die Zeit irgendwie endlos an. Erst als wir um 21 Uhr wieder zuhause ankamen, musste ich erstaunt feststellen, dass wir (Fahrtzeit abgerechnet) nur gute 5 Stunden auf Fehmarn waren- und davon noch fast 2 Stunden gegessen haben (bzw. erstmal ein belebtes Lokal gesucht hatten).
Published inKnipsenReisen

8 Comments

  1. Isa Isa

    wow die Bilder sind super schön geworden :) vor allem das mit dem Sonnenuntergang ist toll!

  2. Anonymous Anonymous

    Bilda sind echt neiss!

  3. Wirklich wunderschöne Bilder!! Das Gefühl abzuschalten braucht man doch öfters als man denkt..

  4. Hach schön, das Meer ist wirklich klasse um einen freien Kopf zu bekommen, einmal kräftig durchpusten lassen und dabei neue Kraft tanken. Ich war Ende September auf Norderney, hach war das schön. :)

    • Ja, solche Erinnerungen bleiben und ernähren die gute Laune so lang, bis die Meeres-Sehnsucht wieder übermächtig wird… ;)

  5. Voll schön – Bilder und Text. Ab „Halb 5…“ kann ich fast fühlen, wie schön es da war… – wunderbar!
    Liebe Grüße
    Christiane

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