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Unsportlich? Runtastic!

Bei diesen ganzen Lebkuchen und Süßigkeiten in der letzten Zeit, traue ich mich schon gar nicht mehr, auf die Waage zu steigen. Und dabei steht Weihnachten noch vor der Tür!“, hörte ich neulich in der Straßenbahn eine korpulente Dame in ihr Telefon sprechen. Ich weiß zwar nicht, was die Freundin am anderen Ende geantwortet hatte, aber vermutlich war ihr Tonfall nicht so freundlich, denn die telefonierende Dame wurde immer schnippischer und brüllte irgendwann so laut in den Hörer “Ich bin nun mal nicht der sportliche Typ, das hat nichts mit Faulheit zu tun!“, dass alle Menschen in der näheren Umgebung grinsen mussten.
Dieses Telefonat versetzte mich für einen Moment lang acht Jahre in der Zeit zurück, als ich gerade in die Pubertät kam und fast täglich ein Streitgespräch mit meinem Vater über Sport führte. Damals war ich ein bisschen moppelig und futterte gerade zu der Adventszeit mehrere Kilo Plätzchen, Lebkuchen und Schokolade und mein Vater wollte immer, dass ich mal ein bisschen Sport mache und nicht so faul bin. Doch mit meiner angeborenen Unsportlichkeit hatte ich immer die beste Ausrede.
Dennoch konnte ich nie rechtzeitig die Ohren verschließen, wenn diese Sportlertypen Sprüche wie “Sport ist die beste Droge!” “Nach dem Laufen bin ich immer so glücklich!” “Auspowern macht den Kopf frei!” “Ich kriege seltener Kopfschmerzen!” “Ich kann gar nicht mehr ohne.” (…) losließen und dabei ein kleines bisschen überheblich über meine Unsportlichkeit witzelten.
Ihr habt bestimmt mehr oder weniger auffällig mitbekommen, dass ich in den letzten Wochen völlig im Stress versunken bin und von einem Termin zum nächsten hetzen musste. Obendrein machte mir das graue Wetter sehr zu schaffen, sodass schlechte Laune mein ständiger Begleiter war.
Irgendwann hatte ich mich dann doch aufgerafft und nahm mir 2 mal in der Woche morgens die Zeit für eine Jogging-Runde. “Sport muss keinen Spaß machen. Sport muss unangenehm, anstrengend und unspaßig sein. Bestimmt hatte sogar Batman gar kein Bock auf trainieren und Muskelkater. Aber da muss man durch!”, dachte ich mir permanent beim Laufen.
Dann zeigte mir ein Freund die grandiose App “Runtastic“, die mich zum Joggen noch mehr motivierte, da sie Geschwindigkeit, Dauer, Entfernung, kcal und noch vieles mehr live beim Joggen berechnet.

Jogging-Strecke vom Montag
Die bisher von der App aufgezeichneten Läufe (bei der 1. Strecke hatte irgendwas nicht funktioniert…)
Mittlerweile jogge ich mindestens einmal pro Woche, schwimme dazu mindestens 2 mal wöchentlich und gehe seit kurzem auch noch zum Boxtraining. Letzteres ist übrigens die erste Sportart, die mir wirklich richtig Spaß macht. Ob es daran liegt, dass ich am Tag nach dem Training irgendwelche Prellungen, Verletzungen oder zumindest einen Ganzkörpermuskelkater habe, oder daran, dass das Boxtraining in einem Abrisshaus ist und alle Klischees von “Fight Club” aufgreift… oder weil ich zusammen mit meinem besten Freund dort hingehe und wir so jede Meinungsverschiedenheit der vorangegangenen Tage ganz altmodisch im Ring klären können- ich musste feststellen, dass “Unsportlichkeit” kein Dauerzustand ist.
Auch, wenn ich am Anfang die Zähne zusammenbeißen musste- mittlerweile hab ich mich daran gewöhnt und vom Schwimmen und Joggen kriege ich gar keinen Muskelkater mehr. Und wenn ich ein paar Tage lang gar nichts mache, kommt das Gefühl der Unausgeglichenheit und bringt den Stress wieder mit.
Mein Vater wäre ganz stolz :D
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