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Das Lachen vergeht.- Zwischenstand.

Seit genau zwei Wochen verzichte ich sämtlichen Chats/Mails etc. auf Emoticons.

Tag 1 (22. Januar, Mittwoch):
Meine Antwortgeschwindigkeit ist ungefähr so schnell, wie die meiner Oma (die noch nie das Internet benutzt hat), weil ich mir höchst konzentriert meine Antworten zusammenlege. Bloß keinen Fehler machen, wer weiß wie schnell so ein Smiley rausrutscht. Dann, 15 Uhr, nach der Uni in gemütlicher Schlummerlaune, passiert das Unvermeidliche: Mir rutscht beim Schreiben etwas raus. Zu allem Übel auch noch bei einer Person, die schon von dem Projekt wusste, bevor der Smiley Post hier auf Blueten Staub online ging. Mist. Und dabei so viel Mühe gegeben.
Tag 1, der eigentlich Tag 2 wäre (23. Januar, Donnerstag):
Das Schreiben findet noch immernoch eingeschränkt statt, denn ich will nicht wieder so einen Ausrutscher wie gestern- sonst brauche ich noch ein halbes Jahr, um diesen Emoticon-freien Monat durchzuziehen. Vermutung a) [Jeder denkt, dass ich traurig/ernst/wütend bin] bestätigt sich sogleich. Zumindest haken diejenigen, die von meinem Projekt noch nichts mitbekommen haben, immer nochmal nach, ob es mir auch wirklich gut geht oder ob sie vielleicht was falsch gemacht haben. Interessant wäre es gewesen, wenn ich mir bei dem Projekt vorgenommen hätte, es vor dem Ende es Monats niemandem zu verraten. Denn so habe ich immer eine Entschuldigung für mein “komisches Schreiben”.
Tag 5 (28. Januar, Dienstag):
Mittlerweile hab ich mich an das emoticon-freie Schreiben gewöhnt. Nur ab und an zögere ich noch, vor allem bei witzigen Gesprächen. Meine Mutter hat Geburtstag und ich schreibe ihr keine Nachricht, weil ich mir zu ernst vorkomme. Aber ein Anruf ist sowieso persönlicher. Vermutung b) [ich bin beim Schreiben ernster] hat sich aber nur teilweise bestätigt. Wenn eine Unterhaltung lustig ist, lache ich noch. Aber bei Konversationen zur Klärung von Organisatorischen Dingen oder nur kurzen Nachfragen von Freunden (bsp. thematisch zur Uni oder zum Poetry Slam) bin ich wirklich ernster als sonst. Hab ich zumindest das Gefühl.
Tag 12 ( 4. Februar, Dienstag):
Das Bedürfnis, Smileys zu verwenden, ist kaum noch vorhanden. Mein Schreibstil in Gesprächen hat sich irgendwie verändert. Ich bin teilweise kürzer angebunden, aber antworte nicht mehr so intuitiv (Vermutung d) bestätigt sich damit auch). Vielleicht bilde ich mir es ein, aber ich habe das Gefühl, der eigentlichen Sprache und den Wörtern wieder näher zu kommen. Auf meinem Rechner sind ständig neue Slamtexte geöffnet, an denen ich momentan mit deutlich mehr Motivation und Ideen arbeite- vielleicht ist das auch nur eine zufällige Phase, die gar nichts mit dem emoticon-freien Monat zu tun hat, aber ich genieße es trotzdem. Wenn ich beim Chatten Humor vermitteln will, kompensiere ich die fehlenden Smileys mit Wortspielen. Freunde fragen ständig nach, wie es mir ohne die Emoticons so geht und wann das denn endlich vorbei sein würde, interessante Unterhaltungen entstehen.
Zwischenfazit: 
Bisher verläuft alles besser, intensiver und aufschlussreicher als erwartet. Ich finde es sehr spannend, dass sich einige Vermutungen so schnell bestätigt haben und blicke mit großer Neugier den nächsten zwei Wochen “emotionslosem Schreiben” entgegen.  Habt ihr Fragen/ Meinungen? 
Übrigens: Bis zum 10.02. läuft noch die Buchverlosung von “Kann man ja mal machen”. Kann man ja mal mitmachen!
Published inLebenSchreiben

2 Comments

  1. So erging es mir anfangs auch. Man muss sich einfach erst mal dran gewöhnen, aber wenn mans durchgezogen hat, weiß man: weniger ist oft mehr!! :-)

  2. Isa Isa

    Super das es jetzt so klappt :)

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