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Bloggerpoesiealbum: Zeitungscollage mit Textverstecken

Als vergangenen Donnerstag der Postbote bei mir klingelte und mir ein Paket entgegenhielt, hüpfte ich wie ein glückliches, aufgescheuchtes Huhn durch die Wohnung. Warum? Weil ich schon vorgewarnt wurde, dass in dem Paket das Bloggerpoesiealbum sein würde. Vor einiger Zeit hatte nämlich Christiane (alias die Fahrradfrau) auf ihrem Blog bikelovin eine grandiose Aktion ins Leben gerufen.
Als ich folgende Zeilen las, hatte ich gar keine Wahl, als mich sofort anzumelden!
Als hoffnungsloser Nostalgiefan möchte ich ganz altmodisch ein Poesiealbum herumreichen und darin Einträge von Bloggerfreunden sammeln.Bloggerfreundschaften sind vielseitig, unterschiedlich intensiv und jede für sich etwas Besonderes. Fühlt euch angesprochen und füllt mein Poesiealbum. Das Buch ist natürlich ganz nach Christianes Leitfaden (Upcycling- alte Dinge neu verwenden) kein neues Hochglanzbuch von Firma XY, sondern ein Tierlexikon von 1928. Und dann lag es einfach so vor mir. Naja, eigentlich ist noch ein Paket drum herum, mit Bastelzeugs gefüllt. Aber den noch kommenden Bloggern will ich die Freuden des Auspackens nicht verderben. Bevor mir eine Idee kam, guckte ich mir die tollen Einträge meiner Vorgängerinnen an. Christiane selbst hat sich mit einem tollen Gedicht und der kreativen Gestaltung des Inneneinbands (heißt das so?) auch verewigt. Nina mit ihrem Stadtplangedicht durfte den Anfang machen, anschließend nähte Lisa ein knuffiges Eichhörnchen auf eine Seite. Das A&O, meine Vorgängerin, entwarf zuletzt eine liebevoll gestaltete Seite mit einem Hidden Poem.
Und nun sollte ich…. sollte ich… ja, was eigentlich?
Spontan fiel mir gar nicht ein, wie ich eine Doppelseite gestalten könne. Meiner Meinung nach kann sogar ein 3 jähriges Kind besser mit Schere und Bastelkleber umgehen als ich. Wörter, Luftschlösser, sind mein Ding, nicht das optisch erfassbare. Doch dann, nach 48h Brainstorming kam sie dann, die Idee.
Denn wenn ich alle hundert Jahre mal in Bastelstimmung bin, läuft es meist auf eine Zeitungscollage hinaus. Warum also nicht damit das Buch gestalten?
Schritt eins: Überlegen, worauf das Ganze hinauslaufen soll. Ich wusste schon, dass ich irgendwo noch Textausschnitte aus meinem Poetryslam-Text „Keine Stadt“ einbauen wollte. Die Collage musste also aus Bildern bestehen, die für mich mit dem Stadtleben zu tun haben.
Schritt zwei: Zeitungen durchforsten. Ich gestehe, dass ich das Süddeutsche Zeitung’s Magazin stapelweise zuhause rumzuliegen habe. Zum einen, weil das nur einmal die Woche rauskommt und da ein Kreuzworträtsel drin ist, das ich jede Woche mache. Zum anderen, weil die Magazininhalte meist sehr gelungen sind und ich dort immer wieder Inspirationen und Anregungen finde.
 Schritt drei: Aussortieren, strukturieren und ein Konzept überlegen. Beim Ausschneiden der ersten Bilder kam ich auf die Idee, die Collage überwiegend in Schwarz-Weiß zu halten, damit die Bilder sich nicht gegenseitig übertrumpfen. Außerdem hielt ich mir so für später die Möglichkeit offen, mit Farben schöne Akzente zu setzen.
Schritt vier: Überlegen, wie die Texte untergebracht werden können. Meine Idee war, möglichst viel von der Collage zu zeigen und möglichst wenig Text- also beim Aufschlagen. Nun ist es aber so, dass der „Keine Stadt“-Text recht lang ist und selbst gekürzt wenig Fläche für die Collage übrig lassen würde. Doch dann, irgendwie ergab sich eine Lösung für das Problem: Ich druckte die Textausschnitte im Kassenzettel-Format aus und faltete sie. Dann schnappte ich mir drei größere Collage-Schnipsel (zwei Stadtpanoramen und ein Mann, der sich die Hände vors Gesicht hält) und schnitt in der Mitte einen Teil heraus. Den Rest verstärkte ich mit Pappe, dann faltete ich die Textschnipsel und klebte an deren Ende den herausgeschnittenen Teil wieder auf. Zwischen den Klebestellen befestigte ich jeweils bunten Faden, damit sich die Schnipsel zuschnüren lassen und der Text nicht von allein aufklappt.
Schritt fünf: Alles trocknen lassen und auf die Buchseite bringen. 
Schritt sechs: Akzente setzen. Die Texte färbte ich noch leicht mit Buntstift rot. Drei weitere Collageschnipsel klebte ich als „Wegweiser“ auf- mit den Nummierungen 1-3 und einem roten Farbkringel. Die Bindfäden zusammenbinden war eine ganz schöne Friemelarbeit, aber letztendlich hat alles gepasst. Meinen Namen und die Blogadresse schrieb ich noch auf einen Backpapierschnipsel und klebte ihn mit einer Ecke in die obere Mitte der Doppelseite. Außerdem fand ich in den Untiefen meiner Nähkiste ein paar Pailletten, die nur darauf warteten benutzt zu werden. Einige davon finden sich jetzt auch in der Materialkiste wieder, genauso wie ein paar Collage-Schnipsel.
Fertig.
Nachdem der gesamte Samstagvormittag für die Bastelstunde drauf gegangen ist, bin ich schlussendlich superstolz auf das Endergebnis. Ich hätte nie gedacht, dass ich alles so umsetzen kann, wie ich es gerne hätte. Am besten gefällt mir, dass die Texte sich wirklich so gut verstecken lassen, aber bei Bedarf sich auch zu ansehnlicher Größe entfalten lassen!
Gestern schnappte ich mir dann schon wieder das Poesiealbum und brachte es zur Post, damit es schnellstmöglich mit dieser tollen Aktion weitergehen kann. Die nächste im Bunde ist Jenny von KuneCoco. Ich bin schon ganz gespannt, was die nachfolgenden Blogger so für Ideen haben.
Und wenn ihr euch jetzt auch denkt: „Oh, wie grandios ist das denn bitte? Ich will auch mitmachen!„- überwindet eure Schüchternheit, Christiane freut sich bestimmt mindestens so sehr wie alle anderen Beteiligten auf euren Beitrag- schaut hier nochmal nach!
Published inLebenSchreiben

6 Comments

  1. Ahhh wie fantastisch! Die Idee ist so grandios, und die Seite ist ganz wunderbar geworden :) Ich bin schon soo gespannt darauf, wenn das Buch bei mir ankommt! Muss mir noch überlegen, was ich dann damit mache…

    • Oh vielen Dank! Dir wird bestimmt auch was schönes einfallen, bei mir kam es ja auch spontan. Liebe Grüße

  2. Josephine!!! Das ist so so so toll – ich rutsch hier grad vor Freude auf´m Stuhl hin und her…
    Genial, wie du deine Slamtexte „untergebracht“ hast, eine neue Form von „hidden poems“ sozusagen – die Collage sieht einfach klasse aus und ist ein weiterer Schatz in meinem Album. DANKE!
    Ganz liebe Grüße
    Christiane

    • Danke danke, liebe Christiane. Wirklich toll, dass es dir gefällt! =)

  3. Oooooh, gerade hat der Postmann geklingelt und mir dein Paket in die Hand gedrückt! Super. :) Ich freu mich so!

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