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#lostplaces : blue, red, darkviolet

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Schon wieder bin ich im permanenten Hamsterradlauf gefangen. Ich hamstere und hamstere und stopfe meine Backen mit Arbeit voll. Dann grinse ich, soweit das meine vollen Backen noch hinbekommen, und freue mich des Lebens, weil ich eigentlich Spaß am Arbeiten habe.

Als letzte Woche die Oktobersonne golden durch mein Fenster schien und ich mal wieder drinnen vor dem Laptop saß, weil da noch diese Sache oder diese Sache oder diese Sache zu erledigen war, setzten sich ganz viele Flausen in meinem Kopf fest. Diese Flausen zählten mir all die wunderbaren Dinge auf, die ich gerade in meinem Arbeitseifer verpasse und plötzlich musste ich feststellen, dass ich meine Flausen ganz schön vermisst habe.

Keine zehn Minuten sind die Flausen schon in meinem Kopf, als ich den Laptop zuschmettere, den Blog Blog sein lasse, die Arbeit vergesse und mich mit meiner Foto-Abenteuer-Kumpanin treffe. Für Oktober ist es viel zu warm, viel zu golden und zu schön, als wir grinsend mit dem Fahrrad durch die Stadt sausen. In unseren Rucksäcken liegen die Kameras erwartungsfroh und kichern auch.

Und dann, endlich am Ziel, weicht die kindliche Vorfreude einer stillen, geradezu besonnenen Faszination. Die flatterige Workaholic-Josephine findet mitten in einem gruseligen, baufälligen Haus ihre Ruhe zurück und die Flausen kriegen Auslauf und tanken in Spinnweben, morschen Dielen und muffiger Luft wieder Energie für die nächsten Wochen.

So ergeht es mir jedes Mal, wenn ich auf ein Foto-Abenteuer mit der Foto-Abenteuer-Kumpanin in eine Ruine starte. Das Gekicher der Anfahrt weicht einem ehrfürchtigen Flüstern, die Zehenspitzen tasten sich vorsichtig über Bauschutt. Wie ein eingespieltes Team teilen wir uns die Ecken und Winkel der Ruine auf und werden beim permanenten Klicken der Kameras immer wortkarger. Irgendwann reichen Kopfnicken, Antippen und das unter die Nase gehaltene Kameradisplay zur Kommunikation aus und im Nachhinein, wieder an dem Laptop gefesselt, reicht das schweigende Betrachten der Fotos aus, um die ganze Magie des Nachmittags für einen Moment lang wieder aufleben zu lassen.

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Danke, Foto-Abenteuer-Kumpanin. Für die gemeinsamen Stunden und das Austauschen der Bilder.
Published inKnipsen

3 Comments

  1. Ein wirklich schöner Text, das Gefühl kenne ich ein bisschen :) Und sehr schöne Bilder dazu! Ich mag das mit dem Dach sehr gerne.

  2. Boah, toll geschrieben! Was so alte Gebäude so anziehend macht, ist irgendwie kaum greifbar. Man kann´s wohl nur spüren, wenn man selbst mal in Ruinen rumgeschlichen ist – und sich dabei ein bisschen wie ein Eindringling gefühlt hat.
    Mir fällt grad ein, dass ich längst mal wieder in die alten Hallen am Güterbahnhof wollte …
    Liebe Grüße
    Christiane

  3. Claire Claire

    oh wie schön, ich seh´ den Artikel jetzt erst!
    Foto-Abenteuer-Kumpanin <3

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