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#lostplaces : Höhenangst? Unsinn!

Früher hatte ich eine enorme Höhenangst. Es ging sogar so weit, dass mir in der Schule schon beim bloßen Gedanken an den Schwebebalken ordentlich die Knie schlotterten. Komischerweise mochte ich fliegen in Flugzeugen schon immer, die Höhenangst bezog sich nur auf den Anblick nach unten, wenn sich mein Körper einige Meter “frei” über dem Erdboden befand. Das war auch der Grund, warum ich als Kind nie Bäume geklettert bin.

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Heute hab ich keine Angst mehr vor der Höhe- ganz im Gegenteil: Es reizt mich ungemein, auf alte Leitern hochzuklettern, mich an kaputten Treppen hinaufzuziehen und kopfüber die Aussicht auf eine Fabrikhalle zu genießen. Angst ist manchmal vernünftig, aber wer will schon vernünftig sein? Manchmal tut es gut, die Hand, die einem die Unvernunft entgegenhält, zu ergreifen und vor Vergnügen quietschend einfach drauf los zu rennen. Die Ängste warten ja sowieso hinter der nächsten Biegung und bewerfen einen dann mit Sätzen wie “Was hätte alles passieren können! Wie gefährlich das ist! Was tust du da nur?

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Ich glaube, dass man aus seinen Ängsten etwas über sich selbst lernen kann. Vielleicht müssen die eigenen Grenzen im Kopf manchmal absichtlich überschritten werden, damit Raum für neue Dinge geschaffen werden kann. So wie ich eines Tages einfach beschloss, keine Höhenangst mehr zu haben. Ich redete mir das immer wieder ein und begann es irgendwann zu glauben… und dann wurde ich zu jemandem, der die Höhe zu suchen begann.

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Wenn ich in 20 Metern Höhe ungesichert in einer Fabrikhalle auf einem dünnen Stahlträger balanciere ist das irrwitzig, keine Frage. Wenn ich dabei auch noch Fotos mache, könnte man es als lebensmüde bezeichnen, aber das stimmt nicht. Ich habe zwar meine Höhenangst irgendwann totgedacht und verloren, aber leichtsinnig bin ich nicht geworden.

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Nein, wenn ich den Erdboden tief unten erblicke, habe ich ordentlichen Respekt und eine gewisse Erfurcht. Vielleicht weil ich früher Höhenangst hatte, weiß ich heute ganz genau, was alles passieren kann und trete jeden Schritt mit dreifacher Vorsicht. Und vielleicht wäre ich ohne meine Höhenangst auch nie so weit gekommen, weil mir entweder schon vorher etwas passiert wäre- oder weil ich nie das Bedürfnis gehabt hätte, mich mit der Höhe zu konfrontieren.

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PS: Da sich oft so viele Bilder anhäufen, mit denen ich euch auch nicht “zuspammen” will, hab ich mir jetzt einen tumblr-Blog zugelegt. Ich würde mich freuen, wenn ihr dort vorbeischaut!

Published inKnipsenLeben

Ein Kommentar

  1. Wahnsinnig tolle Fotos! Die wären mit Höhenangst wohl nicht entstanden. Mit dem Schwebebalken ging es mir damals genauso.. LG!

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