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10 Dinge, die…

Die “10 Dinge, die…” Serie führe ich sporadisch schon seit einer halben Ewigkeit, aber der letzte Post dazu ist schon so lange her, dass ich selbst nicht mehr wusste, wovon der handelte (Edit: vom Winter). Montage sind besonders geeignet, um ein bisschen Unmut abzulassen und deshalb erfahrt ihr heute, warum es in den letzten Tagen sehr ruhig im Hause Blueten Staub geworden ist:

…dir sagen, dass ich in der Prüfungsphase bin.

 

  1. Ich beschäftige mich mit der Uni. Die Prüfungszeit beginnt, wenn ich plötzlich zu Vorlesungen gehe. Es handelt sich um die letzten Veranstaltungen im Semester, in denen Klausurvorbereitung und Stoffeingrenzung Thema sind. Prüfungszeit endet – klar-  mit der letzten Prüfung. Es sind die einzigen 3 Wochen im Semester, wo ich mich wirklich intensiv mit universitären Inhalten auseinandersetze.
  2. Ich bin wehleidig und jammere den ganzen Tag rum. Prüfungszeit heißt auch, dass ich ganz legitim im Selbstmitleid versinken kann, weil sämtliches Glück aus meinem Leben verbannt wurde. Dass ich mich einfach früher- zum Beispiel kontinuierlich während des ganzen Semesters- auf die Prüfungen vorbereiten könnte, ist jetzt das Letzte, was ich hören will. Das einzig Richtige Trost spendende Worte wie: „Du bist ja so tapfer!“ oder „Oh gott, du Arme! Du hast es wirklich schwer! Halte durch, du schaffst das!“- alternativ akzeptiere ich auch Aufmerksamkeiten in Form von Schokolade und Umarmungen.
  3. Meine Augenringe sind zu tiefen Furchen geworden. Da bisher der Lernumfang immer zu viel und die Tage immer zu kurz waren, sind Nachtschichten normal. Abgesehen davon rede ich mir ein, dass 4-5 Stunden Schlaf pro Nacht ausreichend sind. Um 6 Uhr aufstehen, um 2 Uhr schlafen gehen, dazwischen: lernen. Zum Glück kann ich die Semesterferien am Horizont sehen- da wird dann das Schlafdefizit ausgeglichen.
  4. Ich bin unsozial und egoistisch. Wenn meine Freunde sich fragen, ob ich noch existiere: NEIN! Zwar lerne ich nicht den ganzen Tag, aber wenn ihr mich nicht gerade bemitleiden, mit Schokolade beschenken oder mir prüfungsrelevante Geheimtipps geben wollt, kann ich euch nicht gebrauchen. Ich will weder sehen, dass es euch gut geht, noch über eure Probleme sprechen. Genug Gründe, um während der Prüfungszeit Menschen zu meiden und darauf zu hoffen, dass sich die Freunde nach den 3 Wochen noch an mich erinnern können.
  5. Ich habe nur zwei Gesprächsthemen: Die Uni und das Leben danach. Noch ein weiterer Beweis für Punkt 4. Leider ist es kaum möglich, gänzlich auf zwischenmenschliche Interaktion zu verzichten. Mitbewohner und diverse Alltagsbegegnungen müssen deshalb unter meiner stark eingeschränkten Kommunikationsfähigkeit leiden. „Mir geht es überhaupt nicht gut. Weißt du, mir ist da…“ „Ey! Ich habe Prüfungen?!“ oder „Wow! Ich habe heute was total verrücktes erlebt!“ „Ja, mir egal. Nach den Prüfungen will ich unbedingt…!“IMG_8339
  6. Mein Zimmer ist extrem aufgeräumt. Schmutzwäsche und dreckiges Geschirr haben kaum eine Chance, sich anzusammeln. Wenn mich jemand auf meine ungewöhnliche Ordentlichkeit anspricht, ist mein Todschlagargument: Man kann nur gut in einer aufgeräumten und ordentlichen Atmosphäre lernen. Insgeheim ist der Grund aber ein anderer: Prokrastination. Das Belohnungssystem fordert einen motivierenden Erfolg und selbst, wenn ich nichts in den Kopf rein bekomme: Hey, ich hab immerhin Wäsche gewaschen und Staub gewischt!
  7. Meine Familie sagt, dass ich erwachsen werde. In Lernpausen telefoniere ich gern mit meiner Familie – natürlich ganz strategisch zu ungewöhnlichen Zeiten (Siehe Punkt 3.). So telefonierte ich in der vergangenen Woche zwei Mal mit meiner Mutter, als sie auf dem Weg zur Arbeit war – morgens um 7. Dass ich schon seit einer Stunde beim Lernen bin, veranlasst meine Mutter immer zu Lobreden á la „Hach, Kind, du wirst also doch langsam erwachsen!“ (siehe Punkt 2) und mir Pakete mit selbstgebackenem Kuchen und Süßigkeiten zur Aufheiterung zu schicken. Brav!
  8. Ich habe manische Anwandlungen. Wieder sind meine Mitbewohner die Leidtragenden. An einem Tag tänzele ich durch die Wohnung und singe schief zu einer Musik, die nur ich höre- am nächsten Tag komme ich heulend in die WG-Küche und verfluche mich, mein Leben und die Uni. Zum Glück gibt es die Prüfungszeit, denn sie liefert mir die Ausrede unter enormen Leistungsdruck zu stehen.
  9. Ich verneine die Gegenwart. Beim Lernen kommt mir nicht nur jegliches Zeitgefühl abhanden, sodass ich nie spontan den Wochentag oder das Datum kenne- auch der Begriff Gegenwart wird aus meinem Wortschatz gestrichen. Im Moment leben? Nein! Innerhalb der Prüfungsphase existiert nur noch die unbeschwerte Zeit davor und die noch unbeschwertere Zeit danach. Alles andere steckt in einem Universitäts-Vakuum, in dem kein Leben möglich ist.
  10. Ich bin in absehbarer Zeit ein sehr guter Wegbegleiter. Dieses Wissen ist es vermutlich, was meine Freunde davon abhält, mich in der Prüfungszeit zu hassen. Die Zeit danach bedeutet nämlich, dass die negativen Punkte der Prüfungszeit vorüber sind und ich das Leben wieder in vollen Zügen genießen kann. Nichts mehr mit Jammern, Egoismus, Müdigkeit, Universität und Nörgeln! Ich lade Freunde bei Kaffee- und Barbesuchen ein, grinse sogar im Schlaf, habe zwei offene Ohren für Probleme und Sorgen, erfülle lang ausstehende Versprechen und Gefallen und stehle bei Bedarf Pferde.

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Published inLeben

5 Comments

  1. Alexandra Alexandra

    Einfach nur treffend! Und wehe es ist keine Schokolade im Haus während der Prüfungsphase… :P

    Liebe Grüße und viel Glück!
    Alexandra von 31daysofmarch. blogspot.de

    • Haha, vielen Dank. Da bin ich ja erleichtert, dass es nicht nur mir so geht!
      Liebe Grüße zurück und danke, das kann ich gut gebrauchen :D

  2. Uli Uli

    Och wie nett, ich dachte schon Ela ist die einzige der es so geht. Lach…nein im Ernst, das Prüfungen immer Stress pur sind und das alles andere dann keinen Platz hat, ist doch normal. Du hast doch das Allheilmittel schon genannt…Schokolade in schwärzester Form und Kaffee mit Zucker. Abgesehen davon habe ich so dumpf in Erinnerung, das Dein Weg danach Dich in ein großes Land und in eine wunderschöne Stadt bringt. Wobei für Dich wäre wohl New Orleanes das richtige. :-)
    GLG

  3. Das mit den Augenringen hab ich leider irgendwie immer :D Außer ich hab mal 3 Tage durchgeschlafen.. aber wann kommt das auch schon mal vor? Und meistens bin ich dann wieder müde vom vielen Schlafen :D Also lassen wir das ganz..

    Ich wünsche noch viel Durchhaltevermögen für die Prüfungsphase, liebste Josephine!

  4. Die Bilder – :)))
    Ich drück dir die Daumen, viel Glück!
    Liebe Grüße
    Christiane

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