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Frisco: neighborhood walk through the Mission

Ich glaube, dass Reiseführer einem bestimmte Erlebnisse auf Reisen vermiesen können. Wenn man sich zu sehr an ihnen orientiert, rutscht man schnell in einen Tunnelblick rein- im schlimmsten Fall studiert man nur Karten um endlich dieses Café zu entdecken, dass dort als so spannend angepriesen wird und während man so durch die Straßen irrt, übersieht man dafür 5 schönere Cafés, die gar nicht im Reiseführer drinstehen.

Für San Francisco hatte ich mir aber trotzdem einen lonely planet Reiseführer gekauft- um im Flugzeug darin zu stöbern und um Anregungen zu bekommen, für den Fall, dass ich mal nicht weiß, was ich erkunden soll.  Dort entdeckte ich dann eine spannende Entdeckungsroute für den Mission district, die ich fast komplett ablief- aber seht selbst:

[Am Ende des Posts findet ihr noch eine Karte, in der die jeweiligen Orte verzeichnet sind]

1. Kaffee im Four Barrel

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Die Stadtteilerkundung begann mit einem leckeren Morgenkaffee im angesagten Lokal auf der Valencia St. Später traf ich mich dort auch mit einem Bekannten, der ganz überrascht war, dass ich den Laden schon kenne. “It’s pretty nice here, isn’t it? But sometimes all the hipsters trying to look important annoy me.” Mich belustigten eher die Tierköpfe, die mich beim Kaffee trinken beobachteten.

2. Portrait vom Creativity Explored

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Nur ein paar Blocks weiter wartete mein persönliches Highlight der Entdeckungstour. Erst lief ich an der unscheinbaren Galerie vorbei und musste die Karte studieren, um sie zu finden. Alle Werke, die im Creativity Explored ausgestellt werden, stammen von geistig behinderten Künstlern. An die Ausstellungsräume schließt sich ein Großraumatelier an, in dem man die Künstler direkt bei der kreativen Arbeit sehen kann. Eine Frau lief mit einem warmen Lächeln im Gesicht direkt auf mich zu, nahm mich bei der Hand und führte mich durch die Räumlichkeiten.
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Als ich zurück auf die Straße gehen wollte, folgte mir ein Mann mit Trisomie 21. Als ich ihn fragte, was los sei, bat er mich, noch zu bleiben. Er wollte ein Portrait von mir zeichnen. 20 Minuten später verließ ich die Galerie erneut- mit einem Bleistiftportrait von mir in der Tasche.

IMG_0323Als ich Aaron später davon erzählte, war er noch mehr aus dem Häuschen, als ich. Ich sei ein Glückspilz, dass ich das Bild einfach so geschenkt bekam- diese Galerie wird nämlich ziemlich gehyped. Für so ein Portrait hätten Andere viele hundert Dollar bezahlt. Heute hat es seinen Ehrenplatz bei mir im Zimmer.

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3. Mission Dolores

Beschwingt setzte ich meine Entdeckungstour fort. Nächster Halt war das älteste Gebäude der Stadt- die Mission Dolores. Auf dem oberen Bild ist sie rechts zu sehen, halb hinter dem Baum versteckt. Auf Reisen finde ich es immer spannend, einen kurzen Abstecher in bekannte Kirchen oder andere religiöse Gebäude zu machen, ich mag die Atmosphäre solcher Orten. Friedlich und irgendwie aufregend- die Zeit tickt für einen Moment langsamer. Ich lief durch die Hallen der Basilika, sah mir die Kapelle und das Museum sowie den alten Friedhof an, bevor ich wieder in die helle Sonne trat. _MG_8697

4. Dolores Park

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Angeblich wohnt Mark Zuckerberg in einer der Villen beim Dolores Park und liegt des öfteren in selbigem in der Sonne. Das sagte mir zumindest Justin später, als ich ihm von meinem Mission Trip erzählte. Auch ich lag in der Sonne, picknickte und bestaunte den schönen Blick auf die Stadt. Die Palmen überall trugen einen großen Teil zum California-feeling bei. Schade war nur, dass der Park gerade neugemacht wird und deshalb ein großer Teil eine Baustelle war.

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5. Womens Building und weitere Streetart

Überall in San Francisco konnte sich großartige Streetart entdecken, doch wenn schon ein Gebäude nur wegen seiner Fassade in meinem Reiseführer steht und ich ausnahmsweise mal auf meinen Reiseführer hören wollte, musste ich da natürlich hin. Das Womens Building ist bekannt für seine mit murals (legale Wandmalereien) übersäte Fassade von weiblichen Künstlern. Beeindruckend war es definitiv, aber schmunzeln musste ich dennoch. Diese Ausmaße hatte ich doch schon mal gesehen… schließlich ist Halle in der Streetartszene weltbekannt für sein Viertel mit Streetart in diesen Dimensionen. _MG_8735

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6. & 7. Büchershopping auf der Valencia St.

Auch, wenn das Gebiet auf der Karte sehr klein aussieht: an diesem Tag taten mir vom vielen Laufen die Füße weh. Zuletzt stöberte ich deshalb noch durch ein paar Geschäfte, bevor ich die Abendsonne bei einer kühlen Limo genoss. Eines der Geschäfte war 826 Valencia (6.)- dort werden ulkiges Piratenzeug und Bücher verkauft. Was das Geschäft aber so bekannt macht, ist das Projekt dahinter: als non-profit organization hat sich der Ort den Kindern und jungen Erwachsenen verschrieben: Anhand von Schreibworkshops und Anthologieveröffentlichungen fördern sie gezielt die Schreibfähigkeit und Kreativität der Jugend.

Sehr lang schlich ich auch durch Dog Eared Books- einem riesigen Bücherladen. Dort gab es günstige gebrauchte und neue Bücher jeden Genres in besonders schönen Ausgaben. Vor allem die große Graphic Novel und Beat Poetry Abteilung  hatte es mir angetan.

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Was gibt es über den langen Marsch durch den Mission District noch zu erwähnen? Ganz zum Schluss hatte ich ein Einhorn gesichtet! Ein Echtes! Ehrlich! Sowas erlebt man nur in San Francisco.

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Published inKnipsenReisen

2 Comments

  1. Ok. Da hab ich mich echt dezent erschreckt bei dem Einhorn Bild :D Ohwei..

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