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Ode an das Unperfektsein- was ich überhaupt nicht kann

Ende März hat Katja mit der Ode an das Unperfektsein angefangen. Die Idee dahinter kam so gut an, dass einige Blogger auf den Themenzug aufgesprungen sind und Dinge von sich, die sie so gar nicht können, gepostet haben.  Da wären zum Beispiel: Anne, Ulrike, Lara, Christiane, Lexa,Missi und Diana. Ich bin durch Arianes Post auf diese Idee aufmerksam geworden und weil auch ich mich so angesprochen fühlte, nun mein Beitrag dazu.

 Dinge, die ich überhaupt nicht kann:

 

Leise sein

Als ich diesen Punkt bei Natalia las, musste ich instinktiv nicken. Ja, auch ich bin laut. Mir ist das selbst nie so bewusst, aber ich rede immer sehr laut, selbst, wenn meine Umgebung leise ist. Auch ich kann ein Lied davon singen, dass Freunde mich regelmäßig ermahnen: „Sprich mal ein bisschen leiser!“ Wenn ich nach Hause fahre, reibt mir das Muttertier das jedes Mal unsanft mit einem „brüll nicht so!“ unter die Nase. Passend dazu trampele ich, zumindest laut Muttertier. Ich trete mit den Hacken laut auf, das ist halt mein normaler Gang. Deshalb sind meine Schuhe am Hacken auch sehr schnell abgelaufen und auf einem Holzboden höre ich mich an wie ein Elefant…. Dafür bin ich standfest? Und eine laute Stimme ist für Bühnenauftritte eh immer von Vorteil. (Rede ich mir zumindest ein)

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Investieren

Ich fühle mich unwohl mit Geld, das auf meinem Konto rumliegt. Sobald ich etwas verdient habe, lade ich Freunde auf ein, zwei, drei(ßig) Kaffees ein, schmeiße eine Party und versuche irgendwie, das Geld möglichst sinnfrei wieder loszuwerden. Ich kann konsumieren nicht ausstehen und glaube, dass nur Momente glücklich machen, nicht teure Kleidung oder ein Auto. (Ich hab nicht mal einen Führerschein.) Deshalb bin ich fast immer kurz vorm Pleite sein. Vor einem Jahr habe ich mir glücklicherweise eine Kreditkarte zugelegt. Die ist nicht nur für Reisen unglaublich wichtig, sondern auch, um ab und an mal Geld auf die hohe Kante zu legen. Auf das Kreditkarten-  aka. Sparkonto guck ich nämlich nie, seitdem kann ich unerwartete Rechnungen (oder auch mal eine Reise) bezahlen.

Abschalten

Ich gestehe: Ich bin ein Workaholic. Das was ich tue, tue ich so gern, dass ich Pausen oft vergesse. Nur, wenn ich 1000 Dinge gleichzeitig tue und gar nicht weiß, wie ich das alles schaffen soll, fühle ich mich produktiv. Nur nach einem völlig stressigen Tag, kann ich zufrieden einschlafen. Im Umkehrschluss fällt es mir unglaublich schwer, mal nicht zu arbeiten- oder darüber nachzudenken. Einfach nur mal die Sonne genießen- oder den Moment, der gerade so schön ist: unmöglich. Beim Einschlafen denke ich immer über Texte nach. Licht nochmal an. Etwas aufschreiben. Licht wieder aus. Ach, du musst morgen noch.. verdammt, das hättest du fast vergessen! Licht nochmal an. To-Do-Liste ergänzen. Licht wieder aus.

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Ankommen

Ich habe chronisches Fernweh. Wenn ich völlig kaputt von einer Tour nach Hause komme, bin ich zwar immer wieder froh, in mein Bett zu fallen, aber dieses heimelige Gefühl von Zufriedenheit hält maximal 24h an, dann werde ich wieder hibbelig. Dabei bin ich sehr gern zuhause und fühle mich wohl in meinen vier Wänden- aber reisen ist mindestens genauso schön. Manchmal hilft mir das kurzzeitige Wegträumen, dann suche ich nach Flügen, checke Preise ab und überlege, was ich mir an einem Ort anschauen würde. Wenn das nicht tröstet, wird eben kurzerhand ein Flug gebucht und verreist. Fernweh lässt sich nämlich kurieren ;)

Fokussieren

Ich mache tausend Dinge gleichzeitig und kann mich nie dazu durchringen, eine Sache straight durchzuziehen und einen To-Do Punkt endlich mal abhaken zu können. Beispielsweise wusste ich seit Oktober 2014, dass ich eine Hausarbeit schreiben muss. Im Februar habe ich mich für ein Thema entschieden. Ende März hätte ich sie abgeben müssen. 1 1/2 weitere Monate schlage ich mich mit dem schlechten Gewissen rum, um sie dann innerhalb von sehr langen 3 Tagen zu schreiben- und dabei sogar Spaß zu haben. 

Entscheiden

Ich habe eine Kette, die für mich Entscheidungen trifft, weil ich mich selbst oft nie festlegen will. Meine Orakelkette heißt Maggie und ist ein Würfel in einer Glas-Halbkugel. 1= no, 2= yes, 3= maybe 4= as you think, 5=as you feel, 6= shake again- Maggie entscheidet und ich folge. Oftmals handelt es sich nur um ganz banale Dinge (Welchen Text ich lesen soll, ob ich bloggen oder Klavier spielen soll, ob ich zu der Party gehen soll ….), aber ohne diese Kette würde ich stundenlang das Für und Wider abwägen, um am Ende nicht mehr zu wissen, als zuvor. Spontane Bauchentscheidungen? Fehlanzeige. Bauchgefühl habe ich nur, wenn ich mir eine fette Pizza reinziehe.

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Außerdem…

  • (ohne 30 Fehlversuche) fotogen sein
  • nein sagen
  • regelmäßig Sport treiben
  • mit dem Rauchen aufhören
  • autobiografisch schreiben
  • in Ruhe ein Buch lesen
  • einen direkten Korb geben, obwohl ich genervt bin
  • gendern
  • mich auf eine/n Lieblings-(Band, Film, Buch…) festlegen
  • Kopfrechnen

 

Published inLebenSchreiben

10 Comments

  1. Thihi, ich glaube jeder kann sich mit ein paar von deinen Sachen identifizieren. Bei mir auch ganz vorne dabei: Leise sein, Entscheiden und Kopfrechnen! Schon in der Schule gehasst :D Zum Glück muss ich das jetzt nicht mehr allzu häufig tun.

    Nein wirklich, jeder hat Sachen, an die er arbeiten kann und manchmal auch dringend sollte, aber so sind wir nunmal. Und ohne unsere Macken wären wir halt super langweilig.

    Btw. Ich finde dich ziemlich fotogen! Aber das sehen andere auch immer besser als man selbst. Finde mich auch ganz furchtbar.

    • Hach, da bin ich ja beruhigt. :D Kopfrechnen fällt mir leider regelmäßig auf die Füße, wenn ich die Jurytafeln bei Slams als Moderatorin zusammenrechnen muss. Glücklichweise nahm es das Publikum bisher immer mit Humor (nichts ist witziger als die eigene Unfähigkeit, haha). Und danke sehr, ich sehe das zwar noch immer nicht so, aber wahrscheinlich hast du da Recht- denn das Kompliment kann ich zurückgeben :)

  2. Auch bei deinen Punkten musste ich ab und an nicken :)
    Nur das mit dem Investieren ist bei mir genau anders herum. Ich spare gefühlt zu viel und gebe zu wenig aus und dennoch reicht das Geld irgendwie nicht :D

    Lieben Gruß ♥

  3. Ach cool, da hab ich auch mitgemacht! :)
    Das mit dem Ankommen kann ich total gut nachvollziehen. Ich habe auch permanentes Fernweh! Und das mit dem Investieren und Freunde zum Kaffee einladen macht dich super sympathisch. Großzügige Menschen mag ich so gern und ich gebe auch total gern was zurück :)

  4. Hallo!

    Die Idee ist ja wirklich ganz toll. Bei einigen Punkten musste ich doch sehr schmunzeln. Was ich so gar nicht kann: Mathematik. Mich beim Lernen von nichts ablenken lassen (Hallo WC, du musst nun aber unbedingt mal wieder gereinigt werden… und ach, Fenster putzen, jaaa!). Sparen! Jap, das alles sind Dinge, die ich nicht bzw. nicht wirklich gut kann :) Und es gäbe noch haufenweise andere hihi.

    Viele Grüße,

    Jassy

  5. Cooler Post! Ich mags wie du schreibst – das liest so sich schön :)

    Ich kann nicht gut streiten. Ich bin immer die, die zuerst nachgibt, auch wenn ich weiß, dass ich Recht habe. Vor allem bei Streitereien mit meinem Freund fällt mir das auf :D

    Liebe Grüße, Julia

    • Vielen Dank!
      Oh, das ist aber eigentlich eine sympathische Schwäche. Obwohl es natürlich blöd ist, wenn du eigentlich Recht hast. Aber- Achtung! Schlechter Wortwitz!- darüber lässt sich wahrscheinlich streiten… ;)
      Liebe Grüße

      • Haha schlechte Wortwitze sind doch die besten ;)

  6. Schön, dass du auch noch mitgemacht hast! Es ist echt eine tolle Sache, dass so viele über ihr „unperfektes Ich“ sprechen. :)
    Fokussieren kann ich mich auch nur schwer. Entscheidungen treffen ist eh die Hölle. >.< Da fürhle ich mit dir! ;)

    Liebe Grüße
    Ulrike

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