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Wunderbares WG-Leben [Blogparade Studentenleben]

Im Rahmen der Blogparade Studentenleben werde ich euch heute einen kleinen Einblick zum WG Leben geben. Gestern veröffentlichte Maike ihren Post zum Thema „Ersti-Eindrücke“, morgen gehts auf Fuchsgehtum weiter mit „Mensa-Essen“.  Die Blogparade begann am 01.07. und läuft bis zum 14.07.; euch erwarten noch viele weitere spannende Themen rund ums Studieren. Die Themenübersicht und die Links zu den weiteren Teilnehmern findet ihr hier, sowie auf der Facebookfanpage.


Wer regelmäßig auf Blueten Staub stöbert, kann bereits erahnen, was für eine wichtige Rolle meine WG in meinem Leben spielt. Seit ich im Sommer letzten Jahres hier eingezogen bin, taucht die WG immer häufiger in meinen Beiträgen auf (z.B. in dieser Sonntagskolumne). Doch bevor ich die Frage kläre, warum mir die WG so wichtig ist, habe ich für euch zunächst ein paar Tipps und Erfahrungen zum WG-Leben:

The Hunt: What are you looking for?

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Bevor ich mein heutiges Zuhause fand, hatte ich bestimmt fünfzehn WG Castings. Da ich schon vor einigen Jahren eine semigute Erfahrung mit WGs gemacht hatte, wollte ich aus den damaligen Fehlern lernen. Damals wusste ich selbst nicht, was ich von meiner zukünftigen WG erwarte und was mir wichtig ist. Bevor ich dann letztes Jahr meine Suche begann, wollte ich mir selbst erstmal klar machen, was ich will. Denn wie will man eine passende WG finden, wenn man nicht weiß, wonach man sucht?

Neben grundlegenden Wohnungsdingen (Wo soll die Wohnung liegen? Wie groß muss dein Zimmer sein? Wie viel Miete willst du zahlen?) solltest du dir bei der Suche auch über deine Erwartungen an die Mitbewohner und deine Lebensweise klar werden:

Mit wie viel Menschen möchtest du zusammenleben? Sollen es nur Frauen/ Männer sein? Wie alt? Welche Eigenschaften sind dir wichtig? Wie „intim“ soll das WG Leben sein- wünscht du eine ZweckWG oder einem familiären Zusammenleben? Wie ist dein Tagesrhythmus? Hast du Hobbies, die andere einschränken könnten (Bsp. Schlagzeug spielen)? Was interessiert dich /- nicht? Wie ordentlich bist du? Wie gehst du in Streitsituationen um? Was sind deine Schwächen/ Stärken? 

The Casting: Be yourself.IMG_1761

Dass man bei einem WG-Casting „einfach nur man selbst“ sein soll, ist leicht gesagt. Während meiner ersten Castings war ich sehr angespannt, ich wollte den potenziellen Mitbewohnern um jeden Preis gefallen, eine Absage nahm ich als persönliche Kritik. Zwar beantwortete ich mir gestellten Fragen ehrlich, aber ich war beispielsweise viel zurückhaltender, als ich es sonst gegenüber Fremden bin. Heute halte ich es für besser, beim Casting eine sehr direkte oder indiskrete Frage zu stellen, als später (im Schlimmsten Fall nach dem Einzug) feststellen zu müssen, dass einem die WG doch nicht gefällt.

Wenn dir etwas komisch vorkommt, solltest du dich nicht scheuen, nachzuhaken. Und: Du musst nicht von allen gemocht werden. Mit der WG ist es wie mit guten Freunden: Man mag dich mit all deinen Macken und sieht über einiges hinweg. Beim Casting hilft es deshalb vielleicht, sich einfach vorzustellen, man lernt neue Leute kennen, die vielleicht eines Tages Freunde werden können.

The daily life: Rules for happiness

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Ich habe schon viele WGs von innen gesehen und kann deshalb mit absoluter Sicherheit behaupten: Jede WG funktioniert anders.

Hier hält man sich an den selbst gebastelten Putzplan, dort gibt es fest eingeteilte Putzbereiche, hier aufgeteilte Kühlschrankfächer oder dort beschriftete Lebensmittel und dann noch Gemeinschaftsgegenstände versus Privatgegenstände- die Aufzählung könnte ewig so weiter gehen. Trotzdem gibt es ein paar unausgesprochene Regeln, die sich in jeder gut funktionierenden WG finden lassen:

Das Zusammenleben kann wunderbar funktionieren, aber im seltensten Fall tut es das einfach von sich aus. Das gemeinsame Wohnen ist nichts Selbstverständliches und sollte es auch nie werden. Wie in anderen Beziehungen auch, muss daran gearbeitet werden. So, wie sich Lebensumstände verändern können, kann sich auch eine WG verändern. Das Wichtigste beim Zusammenleben überhaupt ist für mich Ehrlichkeit. Über Sorgen reden zu können. Probleme offen ansprechen zu können.

Kompromissbereitschaft ist ein weiterer Punkt, der beim Zusammenleben nicht wegzudenken ist. Die Wahrscheinlichkeit, Mitbewohner zu finden, die exakt so leben, wie du, ist sehr gering. Aber solange man aufeinander zugehen und Kompromisse finden kann, ist die Verschiedenheit ziemliche Nebensache. Sei es nun bei der Sauberkeit der Wohnung, bei der Nachtruhe oder gemeinsamen Kochabenden.

Finally: Coming home.

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Unsere Random-Wand mit dem Familienportrait.

Wenn man bis zu dieser Stelle alles gelesen hat, kann man sich eigentlich schon denken, warum meine WG eine so große Rolle in meinem Leben spielt. Trotzdem verliere ich dazu noch ein paar Sätze, schließlich habe ich zu Beginn dieses Posts die Beantwortung der Frage angekündigt.

Ich wohne mit zwei Jungs ( C. und L.) und einem Mädchen (F.) zusammen. Wir alle haben eine Leidenschaft für Kunst- sei es Musik, Malerei, Grafik, Installation, Literatur oder alles zusammen. Wir hatten noch nie einen Putzplan, sondern leben in unserer eigenen, nicht fixierten Ordnungssphäre. In unserer Küche herrscht Kommunismus, dort gehört jedem alles und alles wird geteilt. Wir nennen uns manchmal liebevoll „La Familia“, weil wir genau das füreinander sind: Eine Familie. Etwas, das Halt und Kraft gibt, das Vertrauen und Anerkennung schenkt, das manchmal nerven kann, das über Freundschaft hinaus geht. Ein Zuhause, dem man manchmal entfliehen will, um dann von Heimweh geplagt wieder davon angezogen zu werden.

All dies erzähle ich auch den Leuten, die mich und meine WG noch nicht kennen. Aber da ist noch so viel mehr. Etwas Magisches, das ich nicht in Worte packen kann und will.

 

Published inLeben

13 Comments

  1. Hach, was du schreibst klingt an sich echt toll. Aber irgendwie glaube ich trotzdem, dass ich nicht fürs WG Leben geschaffen bin – auch wenn es sehr viel günstiger ist als eine eigene Wohnung.
    Aber du sprichst wichtige DInge an, ein toller Post! :)

  2. So ein schöner Artikel! Toll, wenn das bei euch so wunderbar funktioniert :)
    Ich vermiss meine alte WG auch ab und an! Obwohl ich mittlerweile mit meinen ehemaligen Mitbewohnern fast mehr zu tun habe, als zu dem Zeitpunkt, als ich noch dort gewohnt habe ;)

  3. Yonas Yonas

    Zum Glück habe ich seit Oktober letzten Jahres eine eigene Wohnung die auch noch Bezahlbar ist :p Eine WG wäre nichts für mich, denn ich liebe meine Privatssphäre! und ich bin eine komische Person, die meistens den ganzen Tag schläft und dafür die ganze Nacht wach ist! Das wird sich aber spätestens mit dem Studiumsbeginn ändern!

    Sehr schöner Text und die Bilder sind klasse! Keep up the good work!

    Yonas
    xx

  4. Ohh ich bin gerade viel begeisterter von deinem Tattoo im Nacken :D Das finde ich wirklich, wirklich wunderbar. Ansonsten kann ich ja mit Studentenleben nicht so viel anfangen, weil ichs selbst auch nich hab.. Da schreib ich ja hier und da gern mal meine Anekdoten über das Leben einer Nichtstudentin (wobei ich schon echt lange keine mehr rausgehauen hab.. das muss mal wieder passieren). Aber die sind ja mehr Ironie, als dass ich mich da wirklich drüber aufrege. Trotzdem klasse Post und super geschrieben. Wie immer von dir, Fräulein Blütenstaub :)

    • Hahaha! Danke, dass du es ansprichst :D Das hab ich mir in San Francisco stechen lassen und ich wollte es unbedingt schon mal irgendwie posten, aber wusste nicht, wie oder wann. Ich mags auch total (auch, wenn ich es leider nur ganz selten sehe.)
      Vielen Dank für die lieben Worte :)

  5. Ach, was für ein Glück du mit deiner WG hast! Wenn man die richtigen Mitbewohner gefunden hat, dann kann ein WG-Leben echt Spaß machen. Für mich habe ich allerdings so langsam das Ende eingeläutet und bin in eine eigene Wohnung gezogen. Nach Jahren des WG-Lebens und der gemeinsamen Wohnung mit meinem damaligen Freund eine ganz neue Erfahrung. Die bringt allerdings auch sehr viele Vorteile mit sich – ich möchte es nicht mehr missen! Für eine gewisse Zeit, beispielsweise bei einem Praktikum, kann ich mir eine WG aber trotzdem nochmal vorstellen :)

    • Bis ich endlich hier angekommen bin, hab ich zuvor in der Vergangenheit auch schon einige Wohnsituationen durchgemacht- mit Freund zusammenleben, allein, in einer nicht ganz so tollen WG, Wohnheim…. Ich finde allein leben zu trist/ einsam – ich brauche Menschen um mich herum. In ner WG ist es- wenns gut läuft- deshalb für mich ideal. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass das nicht jedermanns Ideal ist und die schönste Wohnvorstellung auch von den eigenen Lebensumständen abhängt. Liebe Grüße

  6. Ich bin gerade durch Zufall auf dich gestoßen und total erleichtert: da ich diesen Herbst selbst anfange zu studieren und auszuziehen ist dieses Thema wie geschaffen für mich! :)

  7. Das passt perfekt denn ich werde dieses Jahr anfangen zu studieren. Ich weiß aber nicht ob ich in eine WG oder in eine eigene Wohnung am Ende ziehen werde. Ich hab bis jetzt so viel schlechtes von mein Freundinnen über WG gehört. Danke aber für den Post denn es hat geholfen mal genaueres zu lesen. :)

    Liebste Grüße,
    Hannah. :)

  8. Also ich habe es nie bereut in eine WG gezogen zu sein. Ich habe dort einen Freund fürs Leben und nebenbei noch die große Liebe gefunden. Das Potential so etwas zu wagen ist riesig! Traut euch :)

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