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You only live till Ausdauertraining

Die 61. Ausgabe der Hastuzeit stand ganz unter dem Zeichen des Sports. Kein Wunder also, dass mir, sobald ich auf der Redaktionssitzung davon erfuhr, spontan kotzübel wurde. Zum Glück konnte ich mich vor einem sportlastigen Artikel drücken. Also fast. Aber lest selbst:


Ich bekomme kein schlechtes Gewissen, wenn ich in meiner Lieblingsbar sitze und genüsslich an meinem trockenen Rotwein nippe, während verschwitzte Jogger mit Tomatenköpfen an mir vorbeihecheln. Nicht einmal, wenn ich gerade eine üppige Vier-Käse-Pizza verdaue und meine zuvielte Zigarette des Tages rauche.

2. YOLTA_JvBSZugegeben: Ich bin ein Lebemensch. Das klingt nach einer sehr euphemistischen Formulierung, aber das zeichnet Lebemenschen quasi aus: Sie reden sich das Leben schön. Doch warum ich auf die verrückte Idee kam, Sport zu treiben, ist damit noch nicht erklärt.

Es begann mit einer WG-Party, als ich mehrere, zu schnell (aber genüsslich!) geleerte Gläser Rotwein intus hatte. Herr Ausdauertraining, mein Gesprächspartner, war auch ein Schönredner und mindestens genauso betrunken wie ich, als er vor mir begeistert sein Plädoyer für Sport hielt. Um es kurz zu machen: Er redete Sport schön, ich redete ihn schön, um den Abend schön zu reden, und das Ergebnis war, dass ich mir beim Nachhausewanken schwor, ab sofort sportlich zu werden.

Wenn ich mir etwas vornehme, muss ich das um jeden Preis einhalten – oder wie Lebemenschen sagen: Sich selbst treu sein.

Also setzte ich am nächsten Tag meinen Plan sofort in die Tat um, nachdem ich den Kater mit Kopfschmerztabletten, fettigem Fast Food und einem Konterbier unter Kontrolle gebracht hatte. Vorab hatte ich im Internet ausgiebig recherchiert und das Joggen als meine Sportart auserkoren, um nun diverse Sportausstatter der Stadt aufzusuchen; denn eine gute Ausrüstung ist für sportlichen Erfolg essentiell. Teure Laufschuhe, einen Sport-BH, atmungsaktive Bekleidung, eine Pulsuhr sowie trashige Schweißbänder im 80er Look – nach fünf Stunden ausgiebigen Shoppens war der Weg zur Sportlichkeit geebnet.

[…]

[Den vollständigen Artikel findet ihr online auf der Seite der Hastuzeit, die Printversion kursiert gerade in Halle]

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Ein Kommentar

  1. Find ich großartig und amüsiert mich noch viel mehr :D Ich musste schmerzlich in der letzten Zeit feststellen, dass ich absolut keine Ausdauersporterlin sein kann. Klar, ich bin vor anderthalb Jahren auf meine 11 km gekommen (vorher waren es gerade mal so 20 Minuten versuchen nicht zu sterben) aber auch nur, weil ich hart mit mir selbst geblieben bin und kontinuierlich alle 2 Tage laufen war. Ich gehe immeroch regelmäßig trainieren aber allein schon mit meinem Lebensstil, meinem Gedanken ich müsste mal den Sommer genießen und meinen ab und an Partyzigaretten, ist mir das einfach nichts mehr ^^ Lieber kurz und knackig als lang und schleppend – auch wenn ich es könnte.

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