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#lostplaces: the haunted island [Frisco-Special Teil 2]

Im ersten Teil des Specials über die Sutro Bath Entdeckungstour,  habe ich euch einen meiner Lieblingsorte vorgestellt und versucht, die Magie anhand meiner Empfindungen vor Ort zu schildern. Heute geht es um einen nicht minder interessanten, jedoch sehr lebensunfreundlichen Ort: Treasure Island. Und über eine enttäuschende Fotosession.


Diese 3km² große Insel liegt in der Bucht zwischen Frisco und Oakland. Bei meiner Vorabrecherche wurde sie oft als Insidertipp im Rahmen der lostplaces-Fotographie empfohlen. Verlassene Militärbaracken, eine alte Bowlingbahn und sogar ein leerstehendes Kino- all das fixte mich so an, dass ich diese Insel einfach besuchen musste!

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Als ich am frühen Morgen aus dem Bus hüpfe, brennt die Sonne schon gnadenlos auf mich herab. Eben noch steckte ich mitten im Verkehrschaos von San Francisco, jetzt irre ich durch die leergefegten Straßen der Insel. Natürlich gibt es zu den empfohlenen „abandoned buildings“ keine Wegbeschreibung, sodass ich Anwohner fragen muss. Aber erstmal irgendeinen anderen Menschen zu finden ist gar nicht so leicht, obwohl die knapp 3km² große Insel gut 1000 Einwohner hat.

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Nach einer halben Stunde erreiche ich die Ostküste und kann beim Frühstück-Picknick den atemberaubenden Blick auf die nahegelegene Stadt genießen. Doch dennoch lädt die Insel nicht zum Verweilen ein, die Warnschilder und abgesperrten Gebiete lösen ein mulmiges Gefühl in der Bauchgegend aus.

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Erst im Nachhinein finde ich heraus, dass mein Bauchgefühl die Insel ganz gut eingeschätzt hat. Treasure Island wurde 1939 künstlich aufgeschüttet, extra für die damalige Weltausstellung „Golden Gate International Exposition“. Als Material diente überwiegend der Schutt vom großen Erdbeben 1906. Überall stehen Schilder, die die Evakuierungsrichtung bei einem Tsunami weisen, weil die Insel an einer ungünstigen Stelle in der Bucht ist. Zudem wurden in Grundwasser und Luft hohe Konzentrationen von Asbest, Radium und Plutonium festgestellt.

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Endlich zeichnen sich vom weiten die Armeebaracken ab, doch während ich darauf zusteuere, wird meine Aufmerksamkeit von einer riesigen Skulptur gefesselt- die „Bliss Dance“ von Marco Cochrane.

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Direkt vor den Baracken stehend, erlebe ich die erste Enttäuschung des Tages. Alles ist abgeriegelt, mit Brettern und Metallplatten sind sämtliche Öffnungen bis 3 Meter über den Boden verbarrikadiert, sodass ich mich mit der Außenfassade als Fotokulisse zufrieden geben muss.

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Als ich durch die sich immer weiter aufheizenden Straßen trotte, rollt plötzlich jemand auf dem Skateboard an mir vorbei. „Heeey! Heeey! Can you help me please?“, schreie ich. Vermutlich klinge ich ziemlich verzweifelt, der Skater stoppt jedenfalls augenblicklich und dreht bei. Erst jetzt sehe ich, dass er irgendwelche grünen Schnüre isst, wie ich sie noch aus Grundschulzeiten vom Kiosk nebenan kenne. „Hey, I’m looking for some abandoned places, especially an old bowling alley that should be anywhere around here. Have you heard ’bout them?“ Der Skater hält mir eine seiner sauren Schnüre hin und antwortet erst, nachdem er sich selbst eine weitere in den Mund geschoben hat. „You’re a photograph?“ „Ehm, yeah, kind of…“ „Nice!“ Dann erklärt er mir, wie ich zu den diversen Plätzen komme und schenkt mir noch eine grüne Schnur, bevor er auf seinem Skateboard davonrollt.

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Als ich der Wegbeschreibung folge und die verlassenen Häuser von weitem erblicke, ist die Enttäuschung groß. Auch hier ist alles dicht gemacht, ohne Brecheisen oder sonstiges Einbrecherwerkzeug komme ich hier definitiv nicht rein. Selbst die Bowlingbahn kann ich wieder nur von außen bestaunen. Da das im Internet nicht so beschrieben war, vermute ich, dass die Orte erst im letzten Jahr so dichtgemacht wurden.

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Als ich am Ende auf den Bus zurück zur Zivilisation warte, klicke ich mich etwas enttäuscht durch meine Fotos.

Viel ist an dem Tag nicht bei rausgesprungen, dennoch hat sich der Ausflug im Nachhinein gelohnt. Neben den wenigen, zufriedenstellenden Bildern kommt mir nämlich die Idee, irgendwann einmal ein Fotobuch drucken zu lassen- mit den schönsten lostplaces Bildern, sozusagen als Best-Of der bisher besuchten Orte.

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Kaum war ich wieder zuhause, begann ich zu recherchieren und bin dabei auf einige Anbieter gestoßen, vor allem dieser hier wurde bereits auf einigen Blogs, die ich lese, vorgestellt und wirkt auf mich vielversprechend. Dort werden verschiedenste Formate angeboten und man kann neben Hardcover auch einen schönen Leineneinband auswählen. Hat jemand von euch Erfahrungen mit Fotobüchern – und speziell diesem Anbieter gemacht?  Wie sieht es beispielsweise mit der Bildgröße und Qualität in gedruckter Form aus?

Published inKnipsenReisen

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