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Monatsrückblick 01/16

Wild- dieses Wort habe ich mir als Motto und indirekten Vorsatz für 2016 gewählt. Im ersten Monat war davon noch nicht so viel zu spüren, weil mal wieder viel zu viele Dinge gleichzeitig erledigt werden mussten, sodass ich in der letzten Januarwoche nur noch als Schatten durch den Alltag schlürfte. 

Monatsstimmung als Bild

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Vom Nehmen und Geben I

Vom Arbeitstag erschöpft biege ich um 17 Uhr in meine Straße ein und schließe mein Fahrrad vor der Haustür an. „Entschuldigung?“ piepst eine Stimme mich von der Seite an, als ich gerade noch über die Ungerechtigkeit der Welt grolle. Mit einem latent aggressiven Funkeln in den Augen wende ich mich angriffslustig der Störquelle zu („Jaaaah wasisdenn?“) und werde von einem schüchternen Kinderlächeln überrumpelt. Anscheinend ist meine Gereiztheit in Kombination mit den bemitleidenswerten Augenringen nicht überzeugend, das Kind sammelt zumindest allen Mut und plappert plötzlich drauf los: „Wie heißt’n du? Das wollte ich dich schon immer Mal fragen, weil ich wohne hier auch in der Straße und ich finde den Pferdeanstecker an deinem Fahrrad so toll.“ Vom plötzlichen Redeschwall überrumpelt, bringe ich nur ein „Ich bin Josephine und wie heißt denn du?“ hervor und schaffe es gerade noch so, ihr wie eine Grundschülerin meine Hand hinzustrecken.

Lieblingsfoto (Mein neuer Stein)

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Vom Nehmen und Geben II

„Ich bin Lotte und das ist meine Freundin Eva“, sagt das Mädchen und deutet auf das noch kleinere Mädchen daneben. Eva streckt mir drei Finger entgegen. „Sssooo alt bin ich schon!“ Verkündet sie stolz. Lotte sagt, dass sie sechs ist und wiederholt, wie toll sie den Pferdeorden aus gelbem Stoff findet. Wie ich an diesen 1.Platz- Orden gekommen bin, weiß ich selbst nicht. Als ich eines morgens die Wohnung verließ, trohnte er einfach an meinem Gepäckträger. Vermutlich hatte er dem Pferd, das das Rennen gewonnen hatte, nicht gefallen. Ich ringe innerlich kurz mit meinem Egoismus, dann verwerfe ich meine Besitzansprüche und schenke der kleinen Lotte den Anhänger. Ihre Augen werden groß. „Dankedankedankedanke!“ sagt die kleine Lotte und hüpft dabei auf und ab. Ihre noch kleinere Freundin guckt sie an und überlegt. Dann kramt sie in ihrer Jackentasche und streckt mit kurz danach die kleine Faust hin. „Dasisss für dich!“, sagt sie und lässt einen Stein in meine Hand plumsen. „Gute Idee!“, lobt Lotte ihre Freundin und auch ich nicke. Guter Tausch. Mit einem neuen Stein kann der Feierabend nach einem langen Tag nur gut beginnen.

Unbeachteter Schnappschuss: WG-Rodeln mit dem neuen Küchenregal

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 Diesen Monat…

…Gehört:
 Jesper Munk – nach einem langen Tag perfekt zum Runterkommen.
…Gelesen:
„How to be a Parisian“
…Gedacht: 
…Geschafft:
Platz für Tagträume zwischen dem Alltag zu finden
Geärgert: 
Dass die schönsten Dinge nicht immer oberste Priorität haben.
…Gefreut:
Beim Flüge buchen auf die bevorstehende Reise.
…Gelernt: 

Linktipp des Monats:

  • Ein schönes DIY habe ich im Januar auf TRYTRYTRY entdeckt. Dort hat Laura nämlich berichtet, wie sie ihre Visitenkarten auf Aquarellpapier mit einem Stempel selbst gestaltet. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen und macht direkt Lust, diese Bastelaktion selbst auszuprobieren.
  • Auf Ani denkt hat Anika sehr stimmungsvoll den weisen Geschichtenerzähler Prasad porträtiert. Beim Lesen fühlt man sich auch, als wäre man in Indien, man hört fast das Regenprasseln auf den Blättern des Dschungels und wird von einer Ruhe  ergriffen.
  • „Man möchte zuhause im Bett liegen und sich dafür verachten, dass man zuhause im Bett liegt.“ – Wie das so ist, wenn einem langweilig ist, hat Ronja diesen Monat auf ihre charmante Art mehr als deutlich gemacht. So gelungen, dass ich fast überlegt habe, den Artikel zu kopieren und als meinen auszugeben. Lesen!
  • Die Linksammlung vom Januar und den vorherigen Monatsrückblicken könnt ihr übrigens auch auf meinem Bloglovin-Profil unter „review“ finden.

 Instagram-Favorit

Zitat des Monats:

„Du bist total Party.“
 
Published inLeben

2 Comments

  1. Wunderbarer Artikel. Du hast einen ausdrucksstarken, kraftvollen und doch sehr zarten Schreibstil. Mehr davon.
    Und das WG-Rodeln – ich hoffe auf Schnee, um ebenfalls mein Regal zu schnappen!

  2. Die Geschichte mit den beiden Mädels ist ja süß! Wirklich herzig geschrieben :)

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