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Monatsrückblick 03/16

Ich kann es nicht fassen, wie schnell die 32 Tage in Kalifornien vorbeigegangen sind. Diese Frage geistert mir immer wieder durch den Kopf, als ich am 30.03. im Flugzeug Richtung Europa sitze und die Wolken durch die violett-dunklen Fenster des Flugzeugs anstarre. („Dreamliner“ nennt sich das Flugzeug, drinnen wird gerade Nacht simuliert, die Fenster färben sich automatisch dunkel – angeblich soll dadurch der Jetlag nicht schlimm ausfallen) 

Monatsstimmung als Bild

Californian driving school I

Zugegeben: So schön und wunderbar, wie Kalifornien auf den Bildern aussieht, ist es dann doch nicht. Zumindest verlangte mir das Autofahren auf amerikanischen Straßen dann doch so einiges ab. Die Umstellung von km/h auf mp/h fiel vergleichsweise leicht, schließlich musste ich nur die Tachoanzeige mit der vorgeschriebenen Geschwindigkeit abgleichen. Falls ich dann doch mal umrechnen wollte, um zum Beispiel besser einzuschätzen, wann ich meine Freeway-Ausfahrt erreichen würde, kam ich mit der Milmädchenrechnung „Meile+ 1/2“ ganz gut zurecht (1 mi = 1,609 km). Anfänglich fuhr ich versehentlich immer schneller, als es erlaubt ist, da sich die Höchstgeschwindigkeit auf Freeways mit 65 mp/h im Vergleich zur „normalen“ Geschwindigkeit auf deutschen Autobahnen fast wie Schritttempo anfühlt.

Das Fahren auf Freeways hatte mich aber noch in ganz anderen Dingen ziemlich herausgefordert. Zum Beispiel darf sowohl von links als auch von rechts überholt werden- irritierend und ungewohnt, vor allem für einen Fahranfänger wie mich. Beim Spurwechsel oder beim Abbiegen den Blinker zu benutzen und mehr als eine Armlänge Sicherheitsabstand zu wahren, ist zudem nur den spießigen Autofahrern – also mir, Fahrschülern und den zehn anderen, deutschen Touristen zu eigen.

Lieblingsfoto (Brücke am Lower Yosemite Fall)

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Californian driving school II

Und wenn ich schon gerade beim Nörgeln bin: In der Bay Area ist immer Rush Hour. Wenn ich mal nur fünfzehn Minuten im Stau stand, fühlte sich der Tag gleich doppelt so lang an. Dass ich dann noch die Erfahrung eines abgeschleppten Mietwagens teuer bezahlen musste und mir kurz vor Ende der Reise mitten im Stadtverkehr ein Reifen vom geborgten Auto eines Freundes platzte, lässt die Sache mit dem Autofahren wie eine schlechte Tragikomödie aussehen.

Dennoch hatte ich Spaß. Ich fahre gern Auto und habe jede Hürde ohne bleibende Schäden überstanden- naja, fast: ab und an gackere ich beim Gedanken an die Absurdität der Ereignisse wie die verrückte Simpsons-Katzenlady. Aber immerhin bin ich eine verrückte, Auto fahrende Katzenlady, die mit allen Straßenbelägen gewaschen ist.

Unbeachteter Schnappschuss: „Ratgeber“ am Venice Beach, LA

31.JPG

 Diesen Monat…

…Gehört:
 neuer Lieblingsmusiker: Atmosphere
…Gelesen:
„Gefühlte Nähe“ von Harald Martenstein (als Hörbuch vom besten Freund eingesprochen)
…Gedacht: 
…Geschafft:
Die Zeit zu vergessen.
Geärgert: 
Über die Wahlergebnisse in Sachsen Anhalt.
…Gefreut:
Aus jeder noch so brenzligen Situation mit einem blauen Auge gekommen zu sein.
…Gelernt: 
Als verrückte Katzenlady Auto zu fahren.

Linktipps des Monats:

  • Diesen Monat kann ich gleich zwei Beiträge, die Ariane auf Heldenwetter gepostet hat, empfehlen. Zum einen die kleine Anekdotensammlung „Elfmal Kurioses aus China“ von ihrer Reise, die in den einzelnen Schnipseln nicht nur sehr gelungen Momentaufnahmen der Reise porträtiert, sondern auch den Leser zum Staunen bringt. Wusstet ihr zum Beispiel, dass dort Wasserkocher für Insta-Nudeln zum festen Bestandteil der Züge gehören?
  • Außerdem, wie passend, hat Ariane zu der Blogparade „Reisebegegungen“ aufgerufen. „Wir Reiseblogger erzählen Geschichten von unseren Erlebnissen oder geben Tipps für bestimmte Regionen der Welt. Doch all die Menschen, denen wir unterwegs begegnen, denen widmen wir oft viel zu wenig Raum in unseren Texten. Dabei sind sie es, die uns ein Lächeln aufs Gesicht zaubern, die uns beweisen, dass tief im Herzen alle Menschen gleich sind, und die uns im Kleinen die Welt erklären.“ Wie Recht sie hat! Und die drei Begegnungen, die sie dort verschriftlicht hat, machen unglaublich Lust auf mehr. Also, mitmachen!
  • Meine persönliche Neuentdeckung ist der Personalblog „The Smoker Caterpillar“ von Charlota. Die gebürtige Spanierin ist vor wenigen Wochen von Halle nach Berlin gezogen und berichtet auf dem Blog so herzlich erfrischend und authentisch über all die Dinge, die sie bewegen. Besonders empfehlen kann ich To be pregnant: The Greatest Condition„, in dem sie, wie der Name schon verrät, davon erzählt, wie es sich für sie anfühlt, schwanger zu sein. „At the beginning it is more of an idea than a sensation. And if there is some sensation it would probably be sickness.“
  • Die Linksammlung vom März und den vorherigen Monatsrückblicken könnt ihr übrigens auch auf meinem Bloglovin-Profil unter „review“ finden.

 Instagram-Favorit

Zitat des Monats:

„Wow! The nature looks exactly like Ireland.
I mean, I’ve never been to Ireland but this is how i would imagine the Irish landscape.“
 
Published inLeben

3 Comments

  1. Oh man bei deinen Autofahrgeschichten musste ich echt lachen :D gut, dass du es so positiv aufnimmst :D

  2. Wirklich sehr unterhaltsam deine Schilderung des amerikanischen Straßenverkehrs, wobei es für dich sicher nicht so lustig war. Deine Monatszusammenfassung ist wirklich gelungen, besonders beim Punkt „Geärgert“ gehe ich vollkommen mit – was ist nur mit Deutschland los?

    Liebe Grüße, Lena

  3. You have such a nice way to make an archive of your experiences. You know, I really try to read it at once and see how much I understand :) But I think I need to make a second round with the help of a dictionary, because it seems I need to understand all! I enjoy so much the little part I get.
    By the way, what a great Instagram shoot! Actually, what an amazing place!!! (envy, envy, envy)

    I send you kisses to you, beauty! (You look great in that photo)

    PD: I am so thankful and please about you making me part of the linktipp of the month!! :) Thank you very much.

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