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Monatsrückblick 05/16

Schon wieder ein Monat vorbei. Während vier Beiträge als Entwürfe darauf warten, den Blog vor dem Einstauben zu bewahren, bin ich gerade mit Reisen, Schreiben und Leben beschäftigt. Aber der Sommer steht vor der Tür und das berühmte Sommerloch kann man ja schon mal vorziehen. Bald gibt’s wieder mehr zu lesen, versprochen. 

Monatsstimmung als Bild

Line-Up Slammer Erfurt

Tourliebe im grünen Herz Deutschlands

Als ich Sonntagnacht meine Tasche in Weimar aufschultere, um den letzten Zug nach Hause zu erwischen, rutscht mir das Herz ein bisschen in die Hose. Die Slam-Szene wird intern liebevoll „Slamily“ genant. Und genau das hat die fünftägige Tour durch Thüringen so schön gemacht. Normalerweise trifft mindestens eine der folgenden Sachen auf eine normale Tour zu: Ein Slammer ist unsympatisch, anstrengend oder nervig , Gespräche verlaufen sehr oberflächlich, die richtige private Art wird hinter einer Rolle versteckt, die nah an der Bühne dran ist, es wird ausgeteilt und eingesteckt, kleine Machtkämpfe und Behauptungen, Abends muss „abgeliefert“ werden, der Host ist unterkühlt, die Unterkunft ist ungemütlich und Stress ist nicht weit weg.

Mittwochabend hängt mein übervoller Kopf noch, gestresst bin ich, am Grübeln, Texte müssen fertig geschrieben werden, was tue ich eigentlich hier? Plötzlich nimmt mich Sim Panse (Bremen) in den Arm und schüttelt mir die Flausen aus dem Kopf. „Das werden tolle Tage, komm, ab jetzt heißt es genießen.“ Recht hat er. Als am nächsten Tag die anderen Tourpoeten dazukommen und wir seit dem rund um die Uhr zusammenhängen, rumblödeln, im Café schreiben, auskatern und schief singen, alles gemeinsam, fühlt sich die Tour mehr und mehr wie eine Klassenfahrt an, wo man sich nicht verstellen muss, es keinen Stress gibt, sondern nur Trost und Liebe. Und jetzt ist der Mai weg und ich vermisse das Rumhängen. Aber die After-Show-Tour ist schon in Planung…

Lieblingsfoto (Die Saale irgendwo im Grünen)

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Slamtext(e) des Monats

Erst zum Ende des Monats bin ich Friedrich Hermann auf der besagten Thüringen-Tour begegnet.  Der amtierende Landesmeister von Thüringen hat seinem Titel alle Ehre gemacht und jede Bühne ordentlich gerockt und Slammer wie Publikum begeistert. Ein Grund dafür ist seine sympatische und charmante Art, die sich in seiner Performance und seinen Texten widerspiegelt. Um zwei Beispiele zu nennen: „Das erste Mal“ ist ein lyrischer Aufzählungstext, der durch starke Bilder und feinem Humor glänzt. Man erkennt sich wieder, fiebert mit, genießt die Stimmungsachterbahn und die Performance, die mit wenigen Mitteln so viel Atmosphäre schafft. Ganz anders und doch mindestens genauso empfehlenswert sind seine Prosatexte, zum Beispiel der Text über Fehler und warum wir sie feiern sollten. Auf den erhobenen Zeigefinger wartet man vergeblich, oder man bemerkt ihn nicht, weil man zu sehr mit dem Dahinschmelzen und Lachen beschäftigt ist. „Ich will Fehler feiern, wenn einer neben mir hinfällt, dann helf ich ihm nicht auf, ich sag „geil Alter!“ und hau mich daneben.“ 

Unbeachteter Schnappschuss: altes Karussell auf dem Prater

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 Diesen Monat…

…Gehört:


…Gelesen:

Die Stadt der Blinden“ von José Saramago
„Die Einsamkeit der Primzahlen“ von Paolo Giordano
…Gedacht: 
Armer Blog, du bist bestimmt einsam.
…Geschafft:
Trotz voller To-Do Liste eine Auszeit in Wien zu nehmen
Geärgert: 
Über eigene Ansprüche
…Gefreut:
Über all die Liebe, den Apfelwein und die Albereien in Thüringen
…Gelernt: 
Prioritäten sind keine Regeln

Linktipps des Monats:

  • Auf Heldenwetter hat Ariane in diesem Monat einen recht ungewöhnlichen Reisebericht von Wales veröffentlicht. In „Märchenstunde aus Wales“ wird die Leserschaft auf eine zauberhafte Reise mitgenommen. Der Post beinhaltet schöne Fotografien und ein gut geschriebener Text, der die Emotionen zwischen den Zeilen spürbar macht. Doch das intensive Nachempfinden von Arianes Gefühlswelt wird noch durch etwas anderes begünstigt: Die kurzen Momentaufnahmen werden verschiedenen Märchen zugeordnet, zwischen dem persönlichen Bericht tauchen immer wieder gut gewählte Zitate aus dem jeweiligen Märchen auf, die das Lesen schmackhafter als ein Sahnebonbon machen.
  • Carlota schreibt immer sehr persönlich, fast wie in einem Tagebuch, auf the smoker caterpillar ihre Gedanken auf. Beim Lesen ihres Alltags wird man mit so viel Intimität und Gefühlen konfrontiert. Als im Mai ihre Tochter Fauna auf die Welt kam (Congratulations!), hat sie nach einigen Tagen ihre ersten Eindrücke und Fakten in einem Post festgehalten. „I put her quiet body agains my naked skin and suddenly she opened her eyes, moved energetically her head…“
  • Die Linksammlung vom Mai und den vorherigen Monatsrückblicken könnt ihr übrigens auch auf meinem Bloglovin-Profil unter „review“ finden.

 Instagram-Favorit

Zitat des Monats:

„Jan Schmidt, Jan Schmidt, Jan Schmidt, Jan Schmiiiihiihiiidt!“ 
[laut und schief mitsingen zur Melodie von „Jolie“]
 
Published inLeben

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