Zum Inhalt

KATEGORIEN

Monatsrückblick 06/16

Der Juni ist mein Lieblingsmonat! Die Gründe dafür bleiben fast jedes Jahr gleich: In der Monatsmitte liegt mein Geburtstag, davor war ich mit Partyvorbereitungen und Vorfreude beschäftigt, danach mit Auspacken und Auskatern. 

Monatsstimmung als Bild
IMG_3641

Ich bin jetzt erwachsen.

Alle meinen, mit 18, also allerspätestens mit 21, ist man erwachsen. Ich musste diesen Monat feststellen, dass das überhaupt nicht stimmt. 23, ich sag’s euch, mit 23 geht das Alt-werden los. Erstes Zeichen dafür, direkt an meinem Geburtstag: um 20 Uhr schlafe ich im Bett ein, während meine Kaffeeklatsch-Gäste noch immer in der Küche sitzen. Auf eine Verabschiedung, wenigstens ein „War schön, dass ihr gekommen seid“, warten sie vergeblich und trollen sich dann irgendwann, als klar wird, dass ich nicht mehr aus dem Bett rauskommen würde.

Jetzt ist also die Zeit gekommen, in der man fürs Reinfeiern mit furchtbaren Kopfschmerzen am Tag danach bestraft wird. Nächstes Jahr beginnt dann die Zeit, in der es keinen Tag danach mehr gibt, in der eine durchtanzte Nacht die nächsten drei Tage in eine Hölle auf Erden macht.

Lieblingsfoto (Sonnenuntergang, mal wieder über den Dächern von Halle)

IMG_6464

Jetzt bin ich erwachsen und spießig.

Wenige Tage nach meinem Geburtstag hab ich den Kaufvertrag für ein Auto unterschrieben. Eine Kfz-Versicherung hab ich jetzt am Hals, auch diese leidigen Behördengänge zur Anmeldung musste ich machen. Jetzt bin ich erwachsen, aber noch kein professioneller Spießer, auch wenn mein VW Polo eine gute Voraussetzung ist. Mein Freund ist auch noch kein Spießer, aber ich hab ihm vorsorglich einen Igel-Schnitt verpasst, damit er auch eine Voraussetzung dafür erfüllt.  Wir sind jetzt fast verheiratet, zumindest laut Versicherung.

Bei der Anmeldebehörde stand ich, wie sich das für Spießer gehört, Punkt neun Uhr vor der Behörde und zog gehorsam meine Wartenummer. „14 Leute warten vor ihnen“, stand auf dem Zettel. Selbst wenn ich mir Mühe gebe, gibt es anscheinend noch viel spießigere Spießer als mich. Nach einer geschlagenen Stunde Wartezeit sitze ich der nett lächelnden Beamtin gegenüber und lächele nett zurück. „Und wo sind ihre alten Kennzeichen?“ „Na, Zuhause, am Auto. Ich bin mit dem Fahrrad hergefahren, ist doch schönes Wetter.“ „Tja, dann kann ich leider nicht weitermachen. Sie müssen mit den Kennzeichen herkommen. Also mit dem Auto, ohne Kennzeichen darf das nicht auf dem Bürgersteig parken.“ Jetzt verstehe ich die Leute, die mir gesagt haben, dass man sich schnell ans Auto gewöhnt und irgendwann selbst zum Blumenladen um die Ecke nicht mehr zu Fuß geht. Man wird ja regelrecht zum Autofahren gezwungen.

Mein Mitbewohner meint, Spießigkeit ist wie eine Krankheit, man kann sich damit anstecken. „Meinst du, Spießigkeit ist wie eine Geschlechtskrankheit?“ „Nee, eher wie ein Bandwurm.“ Ich finde erwachsen sein blöd, früher war alles besser.

Unbeachteter Schnappschuss: Salat. Voll gesund und #veggie

IMG_6733

 Diesen Monat…

…Gelesen:
Vogelweide“ von Uwe Timm

…Gedacht: 
…Geschafft:
 Die Kurzdokumentation auf Youtube zu teilen
Geärgert: 
…Gefreut:
Über all die lieben Glückwünsche und fantastischen Geschenke
…Gelernt: 
Erwachsen wird man, wenn man versichert ist.
…Gehört:

Linktipps des Monats:

  • Eine schöne Kolumne über ein schwer greifbares Gefühl der Unzufriedenheit und eigene Versprechen, einen ruhigen Moment der Selbstreflexion gab es diesen Monat auf Lina Mallon. „Nie wieder ausweichen, anpasse oder schlicht so viel blasser oder schwächer zeige, als ich bin, nur damit ich passen könnte.“
  • Für eine kleine Fernweh-Therapie kann man sich den Post über die Victoria-Falls auf Reisezeilen zu Gemüte führen. „Es ist ein surrealer Schauplatz mit unzähligen Kaskaden, die sich schäumend in verschieden Richtungen ergießen.“ Die Bilder sprechen für sich, hinzu kommt eine knappe Auflistung mit Tipps, Ausflugsideen und Übernachtsungsmöglichkeiten.
  • Auch auf Anekdotique konnte man digital auf die Reise gehen. Dort berichtet Clemens über eine Rundreise in Aserbaidschan. Die Fotografien könnten aus einem Reiseführer stammen, auch sprachlich ist der Post sehr gelungen. Neben interessanten Fakten, die das Lesevergnügen nicht durch plumpen Aufzählungscharakter stören, wird eine ganz besondere Atmosphäre greifbar. Absolute Leseempfehlung!
  • Die Linksammlung vom Juni und den vorherigen Monatsrückblicken könnt ihr übrigens auch auf meinem Bloglovin-Profil unter „review“ finden.

 Instagram-Favorit

Zitat des Monats:

„Ich führe ein Dokument, in dem ich aufschreibe, was ich meinem Psychotherapeuten sagen würde.“
„Das nennt man auch Tagebuch.“ 
 
Published inLeben

Schreibe den ersten Kommentar

Kommentar schreiben:

Close
%d Bloggern gefällt das: