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Monatsrückblick 9/16

Krasse Hitze im September! Ich hatte fast Angst, den Sommer verpasst zu haben und dann kommen nochmal so schöne Tage. Meinetwegen könnte es das ganze Jahr über so sein. Kann man den Winter nicht demokratisch abschaffen?

Monatsstimmung als Bild

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Umzugsvorbereitungen

Eine Woche vor dem Umzug fange ich an zu packen, denn das ist das Schönste am umziehen. Kisten packen ist ein bisschen wie Weihnachten, bloß umgekehrt. Man kann Dinge ausmisten, wird überflüssigen Ballast los und findet hinter Schränken und unter dem Bett kleine Schätze, die einem in Wollmäuse gehüllt verschlafen entgegen blinzeln und sich freuen, wieder das Tageslicht zu sehen.

Sechs Umzugskisten haben gereicht, um all mein Hab und Gut zu verstauen. (Naja, und zwei Müllsäcke, für die Klamotten.) Ich stelle fest, dass sechs Kisten nicht besonders viel sind und überlege, diese nie wieder auszupacken. Dann habe ich eine leere Wohnung und somit viel Platz zum Denken. Da Umzugskisten in einer Raumecke aber nicht besonders dekorativ sind, verwerfe ich den Plan bereits nach kurzer Zeit.

Lieblingsfoto (Beim Klettern, sehr weit oben)

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Leipzig um 4 Uhr morgens

Der erste richtige Abend in Leipzig beginnt spät. Bis ein Uhr nachts pinsele ich Wände und räume Dinge von einer Ecke in die nächste. Eigentlich will ich schon schlafen gehen, doch Freunde wollen feiern und ich will Freunde. Also dusche ich schnell die Müdigkeit weg und fahre zu einem Club. Zwei Uhr, zehn Euro Eintritt und die Freunde sind noch immer bei sich in der WG. Im Norden, in Gohlis. „Gut, ich komme zu euch“, tippe ich ins Telefon, damit spare ich mir wenigstens den Eintritt, die Party sah eh nicht so spannend aus. Halb 3 bin ich in der WG, es ist kalt und zugig, der Alkohol ist schon aus als ich ankomme. Nach einer runde Tischkicker ist die Luft raus. Halb vier ist es und J., mein ehemaliger Mitbewohner und der ehemalige Mitbewohner der WG, schlägt vor, dass wir noch wo hingehen können. „Ein Bier im Sachsen-Eck geht immer!“, grinst er verschwörerisch. Der Name der Bar weckt Zweifel in mir, auch, dass diese wohl 24/7 geöffnet ist.

Nach einiger Überredungskunst landen wir schließlich doch da. Schmutziger Fliesenboden und traurige Gestalten- das Sachsen Eck sieht aus wie eine Absturz-Spielhalle ohne Hoffnung auf irgendwas. Ein Mittdreißiger fängt plötzlich an zu tanzen, vollführt ein spaciges 80er-Jahre Tanzbattle mit unserem Tisch. Verlegen nippen wir an unserem Bier, am Boden meines schmierigen Bierglases schweben kleine Teilchen. Wenn ich ihn gefilmt hätte, könnte ich auf youtube mit dem Video wahrscheinlich viel Geld verdienen, denke ich mir. Zwei Meter neben uns schläft ein Typ auf einer Bank. Plötzlich steht er auf und pinkelt neben die Bank, mitten in der Bar. Niemand scheint sich daran zu stören. Hallo Leipzig, denke ich und nehme einen großen Schluck Bier.

Unbeachteter Schnappschuss: Kuhdings in Norddeutschland macht Duckface

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 Diesen Monat…

…Gelesen:
„Mein sanfter Zwilling“ von Nino Haratischwili

…Gedacht: 
…Geschafft:
 All mein Hab und Gut in Kisten zu verstauen.
Geärgert: 
Dass mir meine Lieblingsmenschen den Abschied schwer machen
…Gefreut:
Als ich mit dem Flugzeug zu einem Poetry Slam anreiste.
…Gelernt: 
Das Wort postfaktisch. Neuer Lieblingsbegriff. Danke Jan Böhmermann!
…Gehört:

Linktipps des Monats:

  • Die Texte und Geschichten von Anke Fuchs sind meiner Meinung nach ganz großes Kino. Vor kurzem ist nun von einem ihrer Texte („Was wisst ihr denn eigentlich schon davon?“) ein Video erschienen, das ich jedem nur wärmstens ans Herz legen kann. Anke spricht mit ihrer wunderbar sympathischen Stimme, minimale Musik und verbildlichte Szenen machen das Ganze zu einem extrem berührenden Kurzfilm.
  • Auf Reisezeilen gab es im vergangenen Monat einen interessanten Beitrag über Straßentiere im Ausland und warum es sich lohnt, sich eines solchen armen Geschöpfes anzunehmen. Dabei erklärt und beantwortet Beatrice viele offensichtliche Fragen und Bedenken sachlich, nüchtern und informativ. Lesenswert!
  • Obwohl der Post „Wir Ländersammler. Eine offene Entschuldigung“ ein gesponserter Artikel ist, hat Ariane von Heldenwetter mit ihren Worten einen Nerv bei mir getroffen. Es geht um die privilegierten Reisenden, die sich mit Erlebnissen schmücken und aus dem Reisen einen Wettbewerb machen. Doch statt zu hetzen, werden versöhnliche Worte gefunden, die zum Nachdenken anregen.
  • Die Linksammlung vom September und den vorherigen Monatsrückblicken könnt ihr übrigens auch auf meinem Bloglovin-Profil unter „review“ finden.

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Zitat des Monats:

„Luxemburgisch klingt wie ein Mix aus Sächsisch, Hessisch und Niederländisch, bloß sehr betrunken.“
 
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