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Monatsrückblick 11/16

Wahnsinn! Der vorletzte Monatsrückblick des Jahres 2016- und dann erscheint dieser auch noch unpünktlich! Ich weiß, regelmäßiges Bloggen ist momentan nicht meine Stärke aber diesmal habe ich sogar eine Ausrede: Ich bin krank. Sehr krank. So krank, dass sich sogar das Muttertier Sorgen macht. 

Monatsstimmung als Bild

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Der Slam-Effekt

Wenn man zulange unter Menschen ist, kriegt man irgendwann einen Knall. Das ist nichts besonderes. Aber: Wenn man zulange unter Slammern ist, tritt irgendwann der Slam-Effekt ein. Das konnte ich gemeinsam mit den anderen Slammern auf der Salzburg-Tour feststellen. Spätestens nach 24 Stunden beginnen die ersten Insider Gespräche zu dominieren. Nach 48 Stunden gemeinsamen Rumhängens ist das Niveau spürbar gesunken und alle müssen über Dinge lachen, die eigentlich nicht witzig sind.

Zum Beispiel meine Blasenentzündung, die ich seit dem ersten Tourtag habe (und die mich noch heute ans Bett fesselt und Antibiotika schlucken lässt). Nach einem Brainstorming wird die Überlegung laut, ich solle mich in „Josephine von Blueten Entzündung“ umbenennen lassen. Meine Reaktion? Na, habt ihr aufmerksam mitgelesen? Genau, ich lache. Wie alle anderen auch. Als hätten wir illegale Substanzen geraucht (haben wir nicht) oder wären geistig nie über das Kindergartenalter herausgekommen (bin mir unsicher, ob das nicht sogar stimmt).

Nachdem wir in einem Facebook-Gruppenchat zu allen erdenklichen Situationen einen Live-Ticker in Form von GIFs beginnen (zb. die Busfahrt nach Graz, die Heimfahrt von Graz, ein Slam, der eine Woche später stattfindet), gehen wir mit einigen Tränen des Abschieds auseinander. Doch zuvor ist noch eine großartige Idee geboren: eine Thriller-Dokumentation über den „Slam Effekt“ zu drehen, im Stile von Christiane F. Jetzt, im Nachhinein, klingt es nicht mehr so lustig, aber genauso ist es mit dem Slam Effekt: Er lässt nach, sobald die Normalität wieder Einzug hält.

Lieblingsfoto (Die ganze Tourcrew vereint auf einem Bild)

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Flirt mit dem Schaffner

Die wohl längste Heimreise nach einer Tour habe ich von Graz bis nach Leipzig gehabt. 12 Stunden Fahrt, davon 4 mit dem Fernbus nach Salzburg, von da an dann mit dem Zug über München weiter Richtung Rückzugsort. Bislang verläuft alles nach Plan, gerade sitze ich im Regionalzug nach München. Ich bin noch immer krank, mir geht es noch immer nicht so supernice. Dann kommt der Schaffner, um die Tickets zu kontrollieren. Er, rüstig, schick angezogen, wie man es von der Deutschen Bahn erwartet, mustert mein ausgedrucktes Ticket. Ich will schon fragen, ob etwas nicht stimmt, da kommt er mir zuvor.

Er: „Na, was wollmer denn in Leipzisch?“

Ich gucke irritiert. Mit allem hätte ich gerechnet, bloß nicht mit einem sächsisch sprechenden Schaffner. Ich: „Ehm, ich wohne da.“

Er fängt an zu grinsen und sagt: „Ich ooch.“ ACHWASNEIN?! WAHN-SINN!

Ich: „Ähm, ja nice.“

Er: „Ja, findsch ooch.“ Dann guckt er wieder auf mein Ticket. Ich werde langsam unruhig. Die anderen Fahrgäste auch. Was kommt jetzt?

Er: „Na, hamwer Salzburg unsicher jemacht, wa? Und jetzt jehts Heime, wa?“ Langsam aber sicher wird mir das Gespräch peinlich. Ich nicke unauffällig, fühle mich von den anderen Fahrtgästen beobachtet und nuschele leise ein „Jaah“. Er scheint den Schnack zu mögen.

Er: „Joa, na, ich fahr morgen wieder nach Hause, auch von München. Is ’ne lange Strecke, nich wahr?“ 

Ich: „Hmm.“ Er wartet, ob ich nicht noch mehr zu erzählen habe. Hab ich aber nicht. Dann scheint ihm einzufallen, dass er ja eigentlich Schaffner ist und die Tickets der Fahrgäste kontrollieren wollte.

Er: „Na, Mensch, dann grüß mir mal meine Lieben in Leipzig von mir.“ Ich frage mich, ob er die S-Bahnen meint und stelle mir vor, wie ich der S3 Grüße ausrichte.

Ich: „Jo, mach ich.“ 

Er: „Fein, fein.“ Mit einem seligen Lächeln starrt er einen Moment lang aus dem Fenster, als würde er sich an eine emotionale Situation erinnern wollen, dann ruft er mit deutlich strengerem und lauterem Tonfall: „So, meine Damen und Herren, die Fahrscheine bitte!“

Ich, piepsig: „Wollen Sie mein Ticket gar nicht mit ihrer Zange abknipsen?“

Er grinst mich verschwörerisch an, zwinkert mir zu und sagt: „Ein anderes Mal, Schätzchen.“

Unbeachteter Schnappschuss: Tommy vor Swarovski, fast wie in Ostdeutschland

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 Diesen Monat…

…Gelesen:
Mal wieder alle HARRY POTTER BÄNDE! Prokrastination ahoi!

…Gedacht:
„Ach, ein so’n Glühwein kann nicht schaden.“
…Geschafft:
Mit einem Glühwein die Blasenentzündung schlimmer zu machen.
Geärgert: 
…über kritikresistente, selbstverliebte Menschen.
…Gefreut:
…über neu geschlossene Freundschaften und ein besonders schönes Wiedersehen.
…Gelernt: 
Slam hat was mit Herzblut zu tun.
…Gehört:

Linktipps des Monats:

  • Juchu! Ronja von Rönne hat mal wieder was auf ihrem Blog gepostet. Und was sie geschrieben hat. Über dieses miese Jahr, mal wieder bissig, mal wieder in vielen Dingen feinfühlig und richtig. „Die Leute sind 2016 sehr gut darin, zu Dingen zu stehen. Sie sind sehr schlecht, über Dingen zu stehen.“ Der ganze Post kann auf Sudelheft nachgelesen werden.
  • Auf messersschneide hat Maria, eine Slammerin aus dem Norden, ihren Text „Wie man eine Waffe hält“ in einer neuen Version hochgeladen. Ich mag den Text. Sollte man lesen!
  • Ich bekenne mich dazu, leidenschaftliche Leserin des SZ-Magazins zu sein. In diesem Monat gab es einen Artikel, der mir wieder vor Augen geführt hat, warum ich das Magazin mag. Es geht um die Ehe mit einem Autisten. Schön geschrieben, lesenswert!
  • Die Linksammlung vom November und den vorherigen Monatsrückblicken könnt ihr übrigens auch auf meinem Bloglovin-Profil unter „review“ finden.

 Instagram-Favorit

Zitat des Monats:

„Das Schönste am Kranksein ist es, im Bett zu liegen und Serien zu schauen.“
– Ich, sehnsüchtig schmachtend und seit 2h im Warteraum des Arztes.
Published inLeben

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