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Ein Hoch auf die Poesie!

Heute ist der Welttag der Poesie. Erstmals vor siebzehn Jahren hat die UNESCO den 21. März als solchen ausgerufen.

„Der Welttag soll an den Stellenwert der Poesie, an die Vielfalt des Kulturguts Sprache und an die Bedeutung mündlicher Traditionen erinnern.“
Quelle: UNESCO

Aber was bedeutet Poesie überhaupt?

Im Rahmen von Poetry Slam Workshops stelle ich diese Frage öfters vor Schulklassen. Die Reaktionen sind meist ähnlich: Stöhnen geht durch die Reihen. „Na sowas wie Goethe und Schiller, mit Reimen und schwülstig und so“, ist die häufigste Antwort. „Lyrik“, ist die Lehrerantwort. Manche denken auch an Poesiealben, in denen früher Freunde kurze, gereimte Mottos und Wünsche eingetragen haben. Generell haftet in den Vorstellungen dem Wort etwas Altbackenes an. Das ist sehr schade, da es viele moderne, gute Lyriker gibt. Gerade in der Poetry Slam Szene treffe ich regelmäßig auf große Talente, deren Stil sich nicht mal im Entferntesten als altmodisch beschreiben lässt.

Für mich ist Poesie jedoch viel mehr, als „nur“ Lyrik. Das Wort beschreibt für mich die Magie, die in der Sprache innewohnt. Magie? Sprache kann die Gefühle und die Wahrnehmung des Autors/der Autorin sichtbar, nachvollziehbar und fühlbar machen, sie regt die Fantasie an, kann Erinnerungen wecken. Sprache- die Kombination aus Worten, die mich an eine bestimmte Situation zurückerinnern, mich zum Weinen oder Lachen bringen, mein Mitgefühl wecken oder sich allein durch ihren Klang angenehm anfühlen. Poesie muss sich nicht Reimen – es ist für mich ein subjektives Empfinden von Qualität und Schönheit eines Textes.

Wie kann der Welttag der Poesie gefeiert werden?

Zu Beginn hatte ich die offizielle Begründung des Tages von Seiten der UNESCO zitiert. Die Bedeutung und Vielfalt der Sprache soll gefeiert werden – aber wie? Hier ein paar Ideen:

1. Die Sprache im Lieblingsbuch bewusst ansehen.

Was macht ein Buch zu einem Lieblingsbuch? Im ersten Moment scheinen die erzählte Geschichte oder die Charaktere die Gründe zu sein, warum ein Buch besonders gemocht wird. Aber letztendlich ist es doch die Sprache, die dafür verantwortlich ist, wie gut die Geschichte erzählt wird und wie lebendig die Charaktere erscheinen. Doch wie ist die Sprache in deinem Lieblingsbuch? Was gefällt dir daran? Gibt es bestimmte Stellen, die dir besonders gefallen? Hat das Buch dich verändert und wenn ja: Wie?

2. Eigene Texte lesen

Alte Tagebüchern, tränendurchtränkte Liebesbriefe und -gedichte, der alte Deutschaufsatz: Irgendwas hat jeder schon mal geschrieben. Der heutige Tag ist ein perfekter Anlass, um in der Vergangenheit zu wühlen, sich über peinliche Reime zu amüsieren oder sich an die Leidenschaft zum einstigen Schwarm augenverdrehend zu erinnern.

3. Etwas Schreiben

Jeden Tag schreiben wir – auf Facebook & co. Um schreibend die Poesie zu feiern, muss man nicht kreativ und künstlerisch talentiert sein. Es muss kein Gedicht sein, was am Ende des Tages auf dem Papier steht. Es reicht schon, sich beim Tippen der Whats-App Nachricht/ E-Mail mal bewusst mehr Zeit zu lassen und über eine besonders schöne Formulierung nachzudenken. Oder schreib dir statt einer Einkaufsliste deine Lieblingswörter auf. Oder: Wann hast du den letzten handschriftlichen Brief geschrieben? Das ist sicher eine Weile her… die Omi freut sich garantiert!

In diesem Sinne: Ein Hoch auf die Poesie!

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