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Monatsrückblick 02/17

Ich habe einfach mal lässig den Monatsrückblick von Januar ignoriert. Kann man aber auch mal machen, zumal im Januar nicht allzu viel passiert ist. Ich habe meine Bachelorarbeit geschrieben, was soll man da schon erleben? Nun ja, das Thema ist nun zum Glück vorbei, ich bin zur Abwechslung mal nüchtern und gelobe, in Zukunft den Blog öfters zu gießen und alle sind glücklich.

Monatsstimmung als Bild

Besuch in der alten Heimat (I)

Vermutlich war ich noch nie so nervös wegen einer Einladung zu einer Familienfeier. Dafür gibt es mehrere Gründe. Einer davon ist, dass die Feier in einem kuscheligen Dorfhotel stattfindet, mitten in dem Dorf, in dem ich großgeworden bin. Seit ich mit 15 Jahren von dort weggezogen bin, gab es keinen Grund, dem Ort noch einmal einen Besuch abzustatten. Doch nun, zwischen Kaffeetrinken und Abendessen, laufe ich durch die Straßen, die sich einst nach Zuhause angefühlt haben.

Es ist wie eine Zeitreise: Da, das Haus von meinem Schwarm in der Grundschule,  und da der kleine Bach, der im Sommer so stinkt, weil er von der Gülle auf den Feldern gespeist wird. Auf dem NP-Parkplatz hängt noch immer die Dorfjugend herum, sie trinken Engerydrinks mit Havanna-Club, lehnen an ihren getunten Autos und spucken auf den Boden. Da ist die Bushaltestelle, meine Bushaltestelle, sie muss irgendwann neu gestrichen worden sein, die alten Schmierereien sind weg und wurden durch neue ersetzt. Gegenüber ist statt der verfallenen Kaufhalle ein Stück Brachland. Als ich in das Dorf gezogen bin, war da der NP, bis er irgendwann ein neues Gebäude mit großem Parkplatz für die Dorfjugend bekommen hat. Von da an stand die Kaufhalle leer und alle schimpften über den langsam weiter verfallenden Schandfleck. Auf dem Brachland wächst jetzt Unkraut. Die Dönerbude von früher ist auch weg, doch dafür gehört jetzt das einst leerstehende Restaurant dem Dönerbudenbesitzer. An Halloween hat er uns Kindern immer Bonbons geschenkt. Als ich den Hühnerfuß entdecke, den jemand an den Scheibenwischern eines parkenden Autos befestigt hat, erinnere ich mich wieder an die ganzen Gruselgeschichten des Dorfes. Mal ging es um Verbrecher und die Russenmafia, mal um Geister und verzauberte Gegenstände, meistens endeten aber alle Geschichten für uns Kinder mit einer Moral, die ich bis heute nicht verstanden habe.

Lieblingsfoto (Gruppenfoto aller Künstler bei KGB im Februar)

Besuch in der alten Heimat (II)

Unbeachteter Schnappschuss: Merkwürdige Traditionen in der alten Heimat

 Diesen Monat…

…Gedacht:
„Ich habe so viel nachzuholen!“
…Geschafft:
Die zurückgewonnene Freiheit zu genießen.
Geärgert: 
Auf NRW-Tour zu sein, während es permanent regnet und stürmt.
…Gefreut:
Über eine Bekanntschaft, auf die ich jahrelang gewartet habe.
…Gelernt: 
Manche Schrecken aus der Vergangenheit können in der Zukunft Glück bedeuten.
…Gelesen:
Die Möwe“ von Anton Tschechow
…Gesehen: 
Muxmäuschenstill“ von Marcus Mittermeier
…Gehört:

Linktipps des Monats:

  • Wenn man als freiberufliche Künstlerin versucht, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, kennt man das Problem: Auftrittsanfragen, die bei denen es keine Gage gäbe, aber es heißt, dass dies „doch auch eine gute Werbung für dich“ sei. Pauline Füg hat auf Slamalphas die Problematik mit ihrem lesenswerten Text auf den Punkt gebracht. „Spontan möchte ich dann immer gern bei meinem Vermieter nachfragen, ob ich umsonst bei ihm wohnen könne – das wäre ja auch Werbung für ihn. Auf eine solche Idee käme aber natürlich niemand. Genauso wenig, wie man beim Bäcker oder im Klamottenladen fordern würde, für Brot und Bluse nicht bezahlen zu müssen.“ Lesenswert nicht nur für Veranstalter, sondern auch für Selbstständige, die jemals mit dem Gedanken gespielt haben, solche Anfragen sich gefallen zu lassen.
  • Ich dachte, es gibt den Blog von Kathrin Weßling nicht mehr und nun tauchte doch ein neuer Post auf: In „gut gemacht“ gelingt es Kathrin mal wieder, eine bittere und bissige Momentaufnahme zu skizzieren. „Zerlaufene Wimperntusche ist auch nur eine Version von „Smokey Eyes“ mit Tiefgang“ Es geht um die Vorstellung, das Scheitern als Siegen zu begreifen und vielleicht auch darum, dass das nicht funktioniert.
  • Weitere Linktipps, die Linksammlung vom Februar und von den vorherigen Monatsrückblicken könnt ihr übrigens auch auf meinem Bloglovin-Profil unter „review“ finden.

 

Zitat des Monats:

„Home is where you’ve got the wifi password.“

 

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