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Monatsrückblick 03/17

Berlin, Vernissage, Buchmesse, Zeitumstellung, Sonnenschein und Friseurbesuch – viele coole Sachen hat der März bereit gehalten. Vor allem aber jede Menge Zeit zum Nichtstun. Jetzt im April sieht es anders aus: 16 Auftritte in 16 Städten, morgen geht es los. Aber heute werfe ich noch schnell einen flüchtigen Blick zurück: 

Monatsstimmung als Bild

Im Zug

Ein älteres Paar betritt den Zug überfüllten. Die Dame setzt sich neben mich, der Herr wenige Meter entfernt auf den letzten freien Platz in einer 4er-Sitzgruppe. Ich nehme meine Kopfhörer aus den Ohren und richte mich an den Mann: „Wenn Sie möchten, können wir Plätze tauschen, dann können Sie neben ihrer Frau sitzen. Wäre kein Problem für mich.“ Ich fühle mich sehr aufmerksam. Mama wäre stolz. Doch er winkt gelassen ab. „Nee, nee, lassen Sie mal gut sein. Wir sind schon lange genug verheiratet.“ Er redet ein bisschen zu laut, vermutlich hört er nicht mehr so gut. Ich beobachte, wie die Fahrgäste in unserer Umgebung neugierig aufhorchen. Fragend gucke ich ihn jetzt an. Kommt da noch was? „Zur Abwechslung kann jemand anderes mal meine Frau ertragen, nämlich Sie! Sie wissen gar nicht, welchen großen Gefallen Sie mir damit tun.“ Die Frau wird rot und mimt die Beleidigte. Sie riecht nach Kernseife und nach Lavendel.

Der ältere Herr unterhält sich mit einem Backpacker, der ihm gegenüber sitzt, seine Gattin quatscht mit mir. Als beide den Zug wieder verlassen, gleiche ich mit dem Backpacker die beiden Versionen ab. Die Geschichte endet ohne Pointe, der Moment war trotzdem schön.

Lieblingsfoto (Das Jazzduo in der Pause vom TIP Slam)

Eis auf Buchmesse

Zum ersten Mal war ich auf der Buchmesse. In den letzten zwei Jahren wäre ich auch dort gewesen, wäre ich nicht immer in diesem Zeitraum gerade durch Kalifornien gereist. Hach, Kalifornien. Jetzt kriege ich Fernweh und meine Lust, über die Buchmesse zu berichten, sinkt rapide. Früher vor meinem Abrutsch in die Poetry Slam Szene, früher, als ich „nur“ leidenschaftlich gerne Bücher gelesen habe, hat mich die Buchmesse nicht gereizt. Was soll ich auf einer Messe, wo mich doch die Geschichten faszinieren? Die Cosplay-Kostüme begaffen? In diesem Jahr gab es zumindest durch die Poeten und Poetinnen, die wegen der Messe in Leipzig waren, einen Grund, hinzugehen.

Mein Fazit ist trotzdem ernüchternd. Alles ist bunt und voll. Von jeder Himmelsrichtung tönen AutorInnenstimmen aus Mikrophonen, alle lesen aus ihrem neuen Werk, alle wollen gehört und gesehen werden. Ich schlendere mit D. vom Lektora Verlag über das Messegelände. Probesitzen auf einem überteuerten Lesestuhl, wichtige Miene machen, dem Verlag für Tierbiografien Interesse heucheln – allein wäre das nicht mal ansatzweise lustig gewesen. Wir amüsieren uns über  schräge oder kreative Verkleidungen, bis ich keine Lust mehr auf die Messe habe. D. gibt mir ein Eis aus – mein Tageshöhepunkt. Grund genug, um wieder nach Hause zu gehen.

Unbeachteter Schnappschuss: Doppelt Sehen auf S. Harwardts Vernissage

 Diesen Monat…

…Gedacht:
…Geschafft:
Dank Hilfe innerhalb von einer Stunde die Steuererklärung zu erledigen.
Geärgert: 
Ich bin beim LitPop und Ronja von Rönne sagt spontan ab.
…Gefreut:
Über unerwarteten Familienzuwachs.
…Gelernt: 
In einer Krise das Positive zu sehen.
…Gelesen:
Die Kuh vom Eis“ von Lars Ruppel
…Gesehen: 
Zimmer 108“ – belgische Serie von Nathalie Basteyns und Kaat Beels
…Gehört:

Linktipps des Monats:

  • Über den Instagram-Accout von Alana Johnson berichteten in diesem Monat so einige Medien (zum Beispiel Zeitjung). Der Name ist Programm: auf Merkellooks werden ausschließlich Aufnahmen von der Kanzlerin gepostet. Im Fokus der Bildersammlung steht nicht die seriöse Politikerin, sondern der Mensch dahinter – mit individuellem Modegeschmack,  Freunden, Kollegen und dem ein oder anderen Würstchen in der Hand. Eine unterhaltsame Abwechslung jenseits von politischen Überzeugungen.
  • Eine schöne im SZ-Magazin: Acht Fotografen erklären die Beziehung zu ihren Vätern in Bild und Textform. Kurzweilig und Liebe zum Detail
  • Am 07.04. erscheint „Das Rauschen in unseren Köpfen“, der Roman von Svenja Gräfen. Ich fiebere auf diesen Tag schon gespannt hin, denn Svenja schreibt super. Meine Vorfreude auf das Erscheinen des Romans steigerte sich mit dem sympathischen Video, das Svenja auf ihrer Website geteilt hat – ein knapp 3 minütiges Autorinnenportrait, das Aufschluss über die Autorin und ihre Motivation zum Schreiben gibt.
  • Weitere Linktipps, die Linksammlung vom Februar und von den vorherigen Monatsrückblicken könnt ihr übrigens auch auf meinem Bloglovin-Profil unter „review“ finden.

 Instagram-Favorit

Zitat des Monats:

„Die Musik ist voll schön – viel zu schön für die Menschen, die hier tanzen.“

 

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